Mega-Maßnahme: A70 muss verlegt werden - Untergrund rutscht ab
Autor: Sonja Adam
Thurnau, Mittwoch, 23. Januar 2019
Die A 70 bei Thurnau ist nicht mehr sicher, der Untergrund rutscht ab. Die Trasse soll verlegt werden, und das bringt einige Vorteile mit sich.
Es ist eine Tragödie, was sich im Untergrund der Autobahn 70 bei Thurnau abspielt. Der Hang, auf dem die vielbefahrene Trasse verläuft, rutscht. Allein im vergangenen Jahr hat sich das Gelände um 30 Zentimeter bewegt. Es gibt Risse und Aufwallungen, und die kommen der Autobahn immer näher.
Autobahndirektion: Jetzige Trasse ist statisch nicht mehr vertretbar
"Die jetzige Trasse ist statisch nicht mehr vertretbar. Schon jetzt gibt es einen abgestuften Alarmplan, der bei kritischen Messwerten sofort in Kraft tritt", so Thomas Pfeifer von der Autobahndirektion Nordbayern bei der Vorstellung der Planungen vor dem Thurnauer Marktgemeinderat am Montagabend.
Nur weil Experten mit Spezialmessgeräten rund um die Uhr jegliche Bewegung überwachen, kann der Verkehr überhaupt noch fließen. Deshalb hoffen jetzt alle, dass das Planfeststellungsverfahren weiter zügig verläuft und dass schon im nächsten Jahr mit der Verlegung der Trasse begonnen werden kann. Als Bauzeit kalkuliert Pfeifer drei Jahre ein. "Unter optimalen Bedingungen", so Pfeifer.
Susanne Richtberg zeichnet als Projektleiterin für die Mega-Maßnahme verantwortlich. Bei Hohezorn und in der Wiesenmühle sollen Seitendeponien, also Aufschüttungen des entfernten Erdaushubs, entstehen. Als positiver Nebeneffekt werden die angrenzenden Häuser so beser lärmgeschützt. An der Anschlussstelle Thurnau-West wird das Regenrückhaltebecken erneuert, ein weiteres gebaut. Im weiteren Verlauf wird es weitere Seitendeponien geben. Sie sorgen für eine Reduzierung des Lärms. Allerdings besteht in keinem Fall ein Rechtsanspruch auf Lärmschutz.
Massivste Eingriffe im Bereich Thurnau-Ost
Die massivsten Eingriffe bei der Baumaßnahme sind in Thurnau-Ost geplant. Denn dort sollen nördlich und südlich zwei Kreisel entstehen. Die Autobahn wird regelrecht in den Hang gebaggert. Auch ein dort verlaufender Waldweg muss verlegt und neu angebunden werden, erläuterte Susanne Richtberg.
"Die Lärmschutzmaßnahmen funktionieren nur, wenn wir die Grundflächen von den Eigentümern erwerben können", machte Robert Perkams, Sachgebietsleiter für Lärmschutz bei der Autobahndirektion Nordbayern, klar. Erste Gespräche haben ergeben, dass keine Schwierigkeiten zu erwarten seien. Zwischen den Seitendeponien werden 2,50 Meter hohe Lärmschutzwände errichtet. Die Erdaushubdeponien werden rund vier Meter hoch sein. Selbst große LKW sind dann nicht mehr zu sehen.
Durch die Verlegung der gesamten Trasse ist vor allem das Einzel Neuwirtshaus betroffen. Doch auch in diesem Bereich liegt der zu erwartende Lärm unter den Grenzwerten. Und durch die Lärmschutzmaßnahmen reduziert sich die Belastung um ein Dezibel - auf 60 Dezibel am Tag und 56 in der Nacht. In Hörlinreuth wird eine Belastung von 44 Dezibel erwartet.