TBC: Für nichts zu schade
Autor: Ursula Prawitz
Kulmbach, Sonntag, 13. Oktober 2019
Das Totale Bamberger Cabaret begeistert begeisterte im Mönchshof mit seinem spitzfindigem Humor.
Was haben ein SPDler auf der Liste der bedrohten Arten, ein Karnevalsverein, ein Wutbürger-Trainer und eine Insektenbar gemeinsam? Eigentlich nichts, dennoch sind sie alle Teil des neuen Programms "Wann, wenn nicht wir" des Totalen Bamberger Cabarets (TBC).
Das eloquente und talentierte Trio bestehend aus Georg Koeniger, Michael Tomis und Florian Hoffmann gastierte am Samstagabend im Veranstaltungsraum des Kulmbacher Mönchshofs und unterhielt sein Publikum zwei Stunden lang mit seinem bekannt spitzfindigen und bissigen Humor, mit gewitzten Liedern und spontanen Einfällen.
Feinsinnig und subtil kommt so mancher Gag daher, sodass man als Zuschauer aufpassen muss, keinen zu verpassen.
Drei Elferratsmitglieder etwa beraten sich nach einer Prunksitzung über die Schwierigkeiten, politisch korrekte Witze zu machen, um schließlich über den Ticketverkauf festzustellen: Die Leute beschweren sich, wollen aber im Grunde genau das sehen. Zum Glück müssen sie nichts ändern, denn wie sollte man auch für die Büttenrede ein passendes Wort finden, das sich auf Schornsteinfeger oder Glotze reimt?
TBC teilte in alle Richtungen aus, ließ gefühlt kein Thema unberührt, ob nun das "Wutbürgern für Anfänger" ("Sie wollen sich aufregen, aber können nicht, weil Sie die Fakten kennen!"), Homosexualität in der Kirche oder ein Abgeordneter der AfD mit Verschwörungstheorien ist, der sich über "Migrantenmathe" mit arabischen Zahlen beklagt.
Zum Schreien komisch war der Beitrag über den Sinn einer Sonderberichterstattung im Fernsehen am Beispiel eines in China umgefallenen Reissacks - die Kabarettisten selbst waren ab und an geneigt, sich vom Lachen ihrer Zuschauer anstecken zu lassen.
"Kennen Sie das? Wenn Donald Trump morgens einen Furz lässt und abends gibt es einen Brennpunkt darüber? Letztes Jahr gab es sogar einen Brennpunkt über Schnee", sagte Georg Koeniger.