Gottesdienste finden wieder statt: Strenge Regeln im Gotteshaus
Autor: Redaktion
Kulmbach, Montag, 11. Mai 2020
Die Pandemie hat auch das Gemeindeleben verändert. Nach langer Pause gab es am Wochenende wieder Gottesdienste - mit begrenztem Platzangebot.
Der Kreis war überschaubar: Nur wenige Menschen hatten am Wochenende nach wochenlanger Pause erstmals wieder die Gelegenheit, in einer der Kulmbacher Kirchen Gottesdienst zu feiern. Die Auflagen dafür sind streng: eine limitierte Besucherzahl, ausreichender Sitzabstand, Mundschutz.
Maximal fünfzig Gläubige dürfen zum Beispiel gemeinsam in der Stadtpfarrkirche Unsere Liebe Frau oder in die St.-Hedwig-Kirche Gottesdienst feiern. Platz genommen werden kann nur in jeder zweiten Bank auf markierten Plätzen. Mundschutz ist verpflichtend vorgeschrieben.
Schon im Vorfeld waren erhebliche Sicherheitsvorkehrungen notwendig. "Die Besucher haben nur über den Seiteneingang Zutritt zur Stadtpfarrkirche", erklärte Mesner Hans Dirscherl. Vor der Stadtpfarrkirche wurden gelbe Markierungen auf dem Gehweg angebracht. Denn auch auf dem Weg in die Kirche sollten die Gläubigen den Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern einhalten.
Nur mit Anmeldung
Diejenigen, die bei der ersten Messe nach den Corona-Ausgangsbeschränkungen dabei sein wollten, nahmen die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen gerne auf sich. Alle hatten sich im Pfarrbüro angemeldet. Maria-Theresa Deichsel registrierte die Namen und Anschriften. "Nur eine Frau war nicht angemeldet. Sie wollte auch ihre Adresse nicht sagen. Aber das brauchen wir unbedingt", erklärte die ehrenamtliche Türsteherin und bat um Verständnis.
In der Kirche galt Mundschutzpflicht. Auch während der Predigt. Pfarrer Hans Roppelt gab offen zu, dass er ein bisschen nervös war. "So viele Leute hatte ich schon lange nicht mehr vor mir", scherzte der Pfarrer und wies darauf hin, dass auch künftig alle Messen weiter via Internet übertragen werden. "Nichts bleibt in diesen Zeiten wie es war, alles wandelt sich - auch die Kirche", bat Roppelt zum Auftakt der Messe um Verständnis.
Um den Menschen das Atmen mit den Masken nicht zusätzlich zu erschweren, verzichtete der Pfarrer auf Weihrauch. Die Predigt wurde bewusst kurz gehalten. Doch ansonsten versuchte der Pfarrer ein bisschen Normalität aufzubauen: Wolfgang Trottmann spielte die Orgel, die Gläubigen sangen - mit Maske.
Auch die Heilige Kommunion erfolgte unter erhöhten Sicherheitsauflagen: "Ich komme zu allen durch die Bänke, übergebe die Hostien kontaktlos, nachdem ich mir die Hände desinfiziert habe", sagte Roppelt. Erst wenn der Pfarrer wieder außerhalb des Mindestabstands ist, darf der Mundschutz gelüftet und die Hostie in den Mund gelegt werden.