Steißlage - und trotzdem kein Kaiserschnitt
Autor: Sonja Adam
, Freitag, 13. Januar 2012
Eigentlich sollte Max Greim erst in diesen Tagen das Licht der Welt erblicken. Doch so lange wollte der kleine Mann nicht warten. Schon am 5. Januar kämpfte er sich auf die Welt - mit dem Po vorwärts. Er lag in Beckenendlage. Trotzdem verzichtete man auf einen Kaiserschnitt, denn die Eltern legten großen Wert auf eine natürliche Geburt.
"Mir war es wichtig, dass mein Kind den Geburtstermin selbst bestimmt. Ich denke, die Natur hat sich etwas dabei gedacht, dass alles natürlich abläuft. Es macht schon Sinn, dass man nicht alles plant und bestimmt", findet Mutter Silke Witzgall.
Der Wunsch der Mutter
"Es ist wirklich so, dass man in den letzten 15 Jahren von einer normalen Geburt bei Beckenendlage abgekommen ist, aber uns in Kulmbach ist eine individuelle Beratung wichtig", erklärt der Chefarzt der Gynäkologie Dr. Benno Lex. "Oft haben Schwangere nicht die ganzen Informationen, wissen nicht, dass eine normale Geburt in so einem Fall überhaupt möglich ist", wendet er sich gegen schnelle Operationen. Und auch Hebamme Ute Mötsch ergänzt, dass es vor etlichen Jahren noch an der Tagesordnung war, Kinder in Beckenendlage auch auf normalem Wege zu gebären.
"Im Kulmbacher Klinikum ist es uns wichtig, dass wir die Vorstellungen der Mütter realisieren", so Dr. Lex. Und Silke Witzgall war positiv überrascht, dass sie vom Chefarzt gleich zu Beginn ihres Gesprächs gefragt wurde, wie sie sich eigentlich die Geburt vorgestellt hat. "Das fand ich sehr positiv", berichtet die Mutter - und genießt jetzt die Zeit mit dem putzmunteren Max.
Einen ausführlichen Bericht lesen Sie am Samstag in der Bayerischen Rundschau.