Der Bau der Ortsumgehung Stadtsteinach geht flott voran. Noch in Woche sollen die ersten Meter befahrbar sein. Dabei handelt es sich um ein Teilstück oberhalb des Ortsteils Ziegelhütte, das bereits asphaltiert wurde. Die derzeit noch vorhandenen zwei Ausweichstrecken werden zurückgebaut, ein Regenrückhaltebecken in Angriff genommen.

"Wir liegen im Zeitplan", erläuterte Jan Oertel vom Bauamt Bayreuth auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Freigabe der gesamten Strecke soll im vierten Quartal dieses Jahres erfolgen. Offizielle Beendigung des 22-Millionen-Projekts wird allerdings erst 2022 sein.

Bautrupps arbeiten an der neuen Brücke

Emsiges Treiben herrscht am Vogtendorfer Weg oberhalb der Firma Röttgen: Dort rattern die Bulldozer und Bagger. Die Bautrupps arbeiten an der neuen Brücke. Sie überspannt bereits die neue Umgehung. Derzeit wird die Übergangskonstruktion errichtet, die Geländer-Teile folgen und die Abdichtung des Bauwerks wird erstellt. Ende Juli soll die Brücke dann komplett fertig sein.

Nicht ganz so weit ist man beim Bau der Brücke an der Alten Pressecker Straße. Das liegt daran, dass diese Strecke nicht komplett gesperrt werden konnte, wie es beim Vogtendorfer Weg der Fall war. Der Grund: Die Erreichbarkeit des Salem-Komplexes und des Kinderhorts musste allzeit gewährleistet sein.

Fortschritte sichtbar

Bei der Brücke unterhalb der ehemaligen Postbauten sind die Widerlager aus Stahlbeton fertig. In der kommenden Woche beginnt man mit dem Überbau. Auf der Stadt zugewandten Seite schließen die Arbeiter die Lücken zur Kon­struktion mit Erdreich.

Wenige hundert Meter weiter mündet die neue Trasse bei Höfles auf die bestehende Bundesstraße 303. Auch dort sind sichtliche Fortschritte erkennbar. Der Straßendamm ist bereits angelegt, die Brücke angebunden. Jetzt muss noch die Asphalt-Tragschicht aufgebracht werden. Der Schindelbach fließt schon in seinem teils neuen Bett. Geplant ist dort die Anlage eines Verkehrskreisels.

Sogar vor der Zeit

Jan Oertel zeigt sich zufrieden mit dem Fortgang der Bauarbeiten. Beim Streckenbau liege man sogar vor der veranschlagten Zeit, so der Projektleiter. Er freut sich, dass es keine Verzögerungen gegeben habe. Die Witterung habe keine Probleme gemacht, und die Arbeiter seien verschont geblieben von der Corona-Pandemie. Zudem habe man sich das Gros der Baumaterialien bereits im vergangenen Jahr gesichert. Dies ist insofern von Bedeutung, da sich neuerdings bei verschiedenen Baumaterialien wie Stahl, Holz und Rohrleitungen Lieferengpässe ergeben haben.

Letzte Maßnahme des Projekts ist der Abriss der bestehenden Brücke nahe des Rewe-Markts im Norden der Stadt. Sie ist marode und muss durch eine neue Konstruktion ersetzt werden.

Die Stadtsteinacher Ostumfahrung ist eine der größten Maßnahmen in der Geschichte der ehemaligen Kreisstadt.

Kosten: 22 Millionen Euro

Für die Errichtung der 3,5 Kilometer langen Strecke mit ihren sechs Brückenbauwerken und drei Abfahrten sind Ausgaben von rund 22 Millionen Euro veranschlagt. Der erste Spatenstich erfolgte am 3. Mai 2019 durch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer.

Bereits vor 85 Jahren war in Stadtsteinach der Ruf nach einer Umgehung laut geworden. Unter dem Eindruck des wachsenden Verkehrsaufkommens hatte sich die Situation auf der Ortsdurchfahrt zunehmend verschärft. An den starken Steigungen und den engen Kurven im Bereich des Marktplatzes und des Heimatmuseums hatten sich immer wieder prekäre Situationen ergeben.