Stadtsteinacher Steinachtalhalle braucht ein neues Dach
Autor: Sonja Adam
Stadtsteinach, Sonntag, 20. Oktober 2019
Schreck für die Stadtsteinacher Stadträte: In das Veranstaltungshaus dringt Wasser ein. Die Snierungskosten werden auf mindestens 137 000 Euro geschätzt.
Die Steinachttalhalle Stadtsteinach ist in die Jahre gekommen: Deutliche Wasserschäden beschäftigten bei einem Ortstermin am Samstag die Mitglieder des Stadtsteinacher Stadtrats. "Wir haben das Dach an mehreren Stellen aufgemacht. Es macht überhaupt keinen Sinn, lokal begrenzte Reparaturen durchzuführen. Es gibt zu viele verschiedene Faktoren, die für den Feuchtigkeitseintritt verantwortlich sind", machte Architekt Hans Spindler deutlich.
Eine ganze Reihe von Problemen
Die Stadthalle wurde in den neunziger Jahren errichtet, die Dämmschicht ist nur acht Zentimeter dick. Die letzte Ziegelreihe ist unterbrochen, eine sehr flach liegende Solaranlage wurde installiert. "In diesem Bereich dringt Wasser ein", so Spindler.
Doch damit nicht genug. Auch die Abdichtungsplatten, liegen nicht dicht an. Wenn die Halle innen warm ist, und die Temperaturen außen kühl, kommt es zu ablaufendem Wasser. Das Wasser läuft an der Sperrbahn ab.
Problematisch sind auch die Stützen und die Holzstürze, erläuterte der Fachmann. Noch geht er davon aus, dass die Holzstützen bisher nicht geschädigt sind. Doch Gewissheit in diesem Punkt gibt es aktuell nicht.
Beim Ortstermin der Stadträte machten sich die Mitglieder des Gremiums selbst ein Bild von der Situation. Einige Feuchtigkeitsschäden konnten sie mit bloßem Auge erkennen: an den Balken, hinter der Verkleidung, am Sockel.
Stromerzeugung Vorzug geben
Bürgermeister Roland Wolfrum (SPD) machte klar, dass die thermische Anlage, die das Wasser erhitzen soll, nicht mehr nötig sei. "Wir können die Energie gar nicht in den Warmwasserkreislauf einspeisen", so Wolfrum. Das Wasser wird schnell erhitzt, um die Gefahr der Legionellenbildung zu verhindern. "Wir sollten unser Augenmerk lieber auf stromerzeugende Module legen", sagte Wolfrum.
Architekt Spindler und Bürgermeister Wolfrum schlugen deshalb folgendes Vorgehen vor: Die alte Dachhaut der Stadtsteinacher Halle sollte inklusive Ziegeln, Lattung, Konterlattung, Sperrbahn, Anschlüssen und Blechverwahrungen abgebaut werden. Auch die thermische Solaranlage sollte entfernt werden. Außerdem müsste die vorhandene stromerzeugende Photovoltaikanlage, die auf dem oberen Bereich des Daches angebracht ist, entfernt und eingelagert werden.