Der Fasching ist längst vorbei, doch die 20 Tänzerinnen der Stadtsteinacher Maxigarde und Tänzer Anton Gomer sind erst am Wochenende am Zenit ihres Erfolges angekommen. In der Spessarthalle in Esselbach nahm die Formation an den Mainfränkischen Meisterschaften teil. "13 Gruppen haben mitgemacht, fast alle waren gemischte Gruppen", erzählt Trainerin Simone Tautermann, die heuer auch Faschingsprinzessin war. Seit drei Jahren trainiert sie mit Tanja Kellermann die Maxis. "Wir tanzen auch selbst mit - aber ich mit 32 Jahren bin die Oma in der Gruppe", sagte Simone Tautermann und lacht.

"Wir waren schon sehr aufgeregt. Aber das gehört einfach bei jedem Auftritt und bei jedem Turnier dazu", erzählt die Trainerin. Doch die Aufregung hat sich gelohnt: Denn die Stadtsteinacher, die sich erst zum zweiten Mal bei den mainfränkischen Meisterschaften beteiligt hatten, errangen den Titel.
Mit einem klaren Abstand von 31 Punkten ließen sie die anderen Formationen hinter sich. "Wir waren einfach super motiviert. Und wir haben als Gruppe toll zusammengehalten", so Simone Tautermann.

Ideenreichtum überzeugte Jury

Die Jury überzeugten die Vielfalt der Tanzschritte, immer neue Ideen und die Abwechslung. "Bei uns dauert ein Schritt maximal acht Takte, dann kommt was Neues. Wir haben gesehen, dass es bei anderen Gruppen viele Wiederholungen gegeben hat", sagt Tautermann. Natürlich kamen auch die prächtigen Kostüme, die das Nähteam für die Stadtsteinacher Tänzerinnen gefertigt hat, sowie die Schminke bestens an. Auch die Idee, dass die tiefsinnige griechische Sage von Medusa - die Tochter der Meeresgottheiten Phorkys und Keto - aufgegriffen worden ist, fand Gefallen. "Wir haben auch die Geschichte recherchiert", betont Simone Tautermann die Gründlichkeit der Vorbereitungen.

Medusa wurde übrigens in einem Tempel der Pallas Athene mit Poseidon beim Liebesspiel überrascht. Daraufhin verwandelte Pallas Athene Medusa in ein geflügeltes Ungeheuer mit Schlangenhaaren, langen Eckzähnen, Schuppenpanzer und heraushängender Zunge. Später wurde sie enthauptet. Bis heute ist sie berühmt, weil der Medusa-Kopf das Logo der italienischen Modefirma Versace ist.

Zwei Pokale im Gepäck

"Für uns ist es toll, dass wir mit 31 Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten gewonnen haben", freut sich die Trainerin. Mit einem Pokal und einem Wanderpokal fuhr die Maxigarde nach Hause. "Wir haben die ganze Fahrt gefeiert - drei Stunden lang", sagt die Prinzessin und findet, dass der Titel "Mainfränkischer Meister" die Krönung einer gelungenen Faschingssession ist.

Ab April wieder Training

Doch auf den Lorbeeren wird sich die Maxigarde deshalb nicht ausruhen. "Ab April geht das Training wieder richtig los. Neue Ideen haben wir schon, aber wir müssen natürlich schauen, ob wir diese so verwirklichen", sagt Simone Tautermann. Der Erfolg spornt die Maxis erst richtig an. Aber nur, wenn sie das Kunststück schaffen, noch zwei weitere Male die Mainfränkischen Meisterschaften zu dominieren, wird "der Pott" in Stadtsteinach bleiben. "Auf jeden Fall sind wir nächstes Jahr wieder dabei."

Auf Platz zwei bei dem Wettbewerb in der Spessarthalle kam Erlenbach mit 835 Punkten, auf Platz drei Gastgeber Esselbach. "Wir haben natürlich auch die anderen Gruppen genau angeschaut und uns Anregungen geholt", sagt Simone Tautermann. Sie ist guter Dinge, dass die Maxis auch in der neuen Session eine Super-Show hinlegen werden. Welches Motto der Tanz haben wird, ist freilich noch streng geheim.

Der Präsident der Faschingsgesellschaft, Andy Sesselmann, ist stolz auf die Maxis: "Ich bin froh, dass die Trainerinnen den Mut hatten, auf das Turnier zu gehen. Der Erfolg gibt ihnen absolut recht." Besonders freut sich der Präsident, dass die Maxis in der Spessarthalle "Standing Ovations" bekamen.