Der VfB Kulmbach bleibt Kreisligist: Vor fast 600 Zuschauern gewann er in Katschenreuth das Relegations-Stadtderby gegen den TSV 08 Kulmbach mit 4:1. Kurz nach dem Seitenwechsel brachte ein fragwürdiger Elfmeter die Metzdorfer auf die Siegerstraße.


Relegation zur Kreisliga

VfB Kulmbach - TSV 08 Kulmbach 4:1 (1:1)

Zehn Minuten waren in der zweiten Halbzeit gespielt. Es stand 1:1. TSV-Torwart Janick Martin lief aus seinem Tor heraus und prallte mit VfB-Stürmer Julian Berce zusammen. Schiedsrichter Simon Winkler entschied auf Elfmeter. Zum Entsetzen des TSV 08. Martin ärgerte sich: "Es war eine ganz klare Schwalbe. Ich habe keinen Kontakt gespürt. Ich habe es auch von den Zuschauern bestätigt bekommen, dass er einfach über mich drüber gesprungen ist und versucht hat, das Foul zu ziehen. Das war unsportlich hoch zehn." Es war die entscheidende Szene des Spiels, denn VfB-Kapitän Alexander Wachter setzte den Elfmeter zum 2:1 ins linke untere Toreck.

Die Nullachter beorderten nun Kapitän Ali Kilic in die Offensive. Aber nur Fabian Früh bot sich in der 69. Minute auf Zuspiel von Peter Lutz eine gute Möglichkeit, doch VfB-Torwart Claudio Dresel war einen Schritt schneller.

In den letzten Minuten warfen die Nullachter alles nach vorne - und waren bei Kontern anfällig. Mit zwei schnellen Gegenstößen entschied der VfB die Partie: Mustafa Karli und der kurz zuvor eingewechselte Sascha Letonja erhöhten auf 4:1. Zudem scheiterte VfB-Stürmer Mathias Kodisch noch an der Querlatte des TSV-Tores.

Nach einem so deutlichen Ergebnis hatte es lange nicht ausgesehen, denn die Teams begegneten sich auf Augenhöhe. Fußballerisch stand das Derby allerdings auf keinem allzu hohen Niveau, dafür stand für beide Mannschaften zu viel auf dem Spiel. Vor allem der VfB startete sehr nervös in die Partie. Viele Aktionen wirkten verkrampft und überhastet.


TSV 08 mit mehr Spielanteilen

Anders die Nullachter: Sie spielten befreit auf und zeigten vor der Halbzeitpause die bessere Spielanlage. Schon nach drei Minuten strich ein Kopfball von Früh knapp am VfB-Tor vorbei. Im Gegenzug verpasste Kodisch einen Treffer, als er mit dem Abschluss zu lange zögerte. Und dann ging der TSV in Führung: VfB-Schlussmann Dresel patzte bei einer harmlosen Rückgabe, Christian Ohnemüller drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Torlinie. Danach steigerte sich Dresel und bewahrte sein Team mit tollen Reflexen vor einem höheren Rückstand.


Wachter verschießt Elfmeter

Zudem bot sich dem VfB die große Ausgleichschance: In der 16. Minute scheiterte Wachter mit einem Strafstoß an Martin. Der verschossene Elfmeter verunsicherte die Metzdorfer noch mehr, doch der TSV schlug kein Kapital daraus. Früh verpasste in der 19. und 22. Minute das 2:0. Bei der zweiten Chance, einem Schuss aus halbrechter Position aus 20 Metern, reagierte Dresel großartig.

Die Nullachter hatten weiter die besseren Torchancen und bestimmten den Spielverlauf, doch in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit gelang dem VfB der überraschende Ausgleich. Nach einem gelungenen Spielzug über mehrere Stationen setzte Karli seinen Teamkollegen Mario Braunersreuther ein - 1:1. Der VfB war wieder im Spiel und sicherte sich nach dem Seitenwechsel den Klassenerhalt.

Der TSV 08 Kulmbach muss nun auf den Aufstieg des SV Mistelgau, er spielt in der Relegation am Montag gegen den ATS Hof-West, in die Bezirksliga hoffen. Dann bekommt der TSV 08 gegen den SV Kirchahorn eine weitere Chance auf den Aufstieg in die Kreisliga.

VfB Kulmbach: Dresel - Braunersreuther, Kratzel, Höfner, Wachter, Reuther, Karli, Berce, Potzel (80. Letonja), Müller (30. Maier), Kodisch.

TSV 08 Kulmbach: Martin - Ramsauer (82. Sesselmann), Kilic, Koenen, Bär, Weiss, Lutz, Gross (46. Kaestner), Früh, Ohnemüller, Buchmeier.

Schiedsrichter: Winkler (Bamberg). - Zuschauer: 581. - Tore: 0:1 Ohnemüller (11.), 1:1 Braunerseuther (45. +1), 2:1 Wachter (56./Foulelfmeter), 3:1 Karli (80.), 4:1 Letonja (88.).