Die SpVgg hat ihre Mannschaft aus der B-Klasse abgemeldet. Aufgeben will der Klub aber noch lange nicht.
Wohl kaum ein anderer Fußballvererein in der Region hat in den vergangenen Jahren so ein Wechselbad der Gefühle durchgemacht wie die SpVgg Windischenhaig: Es war ein ständiges Auf und Ab. Jetzt musste Vorsitzender Marco Zeilner nach der Hauptversammlung erneut die Reißleine ziehen und die erste Mannschaft vom Spielbetrieb in der B-Klasse abmelden: "Wir hatten im letzten Jahr die Saison schon mit einem dünnen Kader begonnen und bekamen dann in der Winterpause noch verschiedene Probleme mit beruflichen Veränderungen sowie mit unseren Schülern und Studenten, die uns nicht mehr regelmäßig zur Verfügung standen."
Verletzungen und Ausfälle
Erschwerend kamen noch schwere Verletzungen zweier Spieler dazu, die beide schon über 30 sind und einen Kreuzbandriss erlitten.
1#googleAds#100x100
Sie werden bei einem eventuellen Neustart im nächsten Jahr wohl auch nicht mehr zur Verfügung stehen.
Die Verantwortlichen hatten für die Rückrunde 2015/16 nochmals alle Kräfte mobilisiert, um die Saison ordentlich zu Ende zu bringen. Zeilner: "Es hat sich aber bereits abgezeichnet, dass die kommende Saison für uns ganz schwierig werden wird. Man muss dann auch dem Ganzen ins Auge schauen, und wir mussten mit Bedauern feststellen, dass die Spieler einfach nicht reichen. Nicht weniger als sieben Spieler haben uns verlassen, weil einfach zu befürchten war, dass es bei uns nicht weitergeht." Allein fünf Spieler wechselten mit dem bisherigen Spielertrainer Marco Früh im Paket zum Kreisklassisten TSV 08 Kulmbach.
Aufgeben will Zeilner, der bei der Polizeiinspektion Bayreuth-Stadt stellvertretender Inspektionsleiter ist, allerdings noch lange nicht: "Es kann durchaus sein, dass es in der nächsten Saison wieder einen Anlauf gibt, wobei wir schon wissen, dass es sehr schwer werden wird."
Es fehlt am Nachwuchs
Es sei für einen kleinen Landverein auch im Hinblick auf den demografischen Wandel alles andere als ein Zuckerschlecken, einen Punktspielbetrieb aufrecht zu erhalten. Die Entscheidung, die erste Mannschaft aus dem Spielbetrieb der B-Klasse abzumelden, sei letztlich im Vorstand getroffen worden. "Wir mussten den nackten Tatsachen ins Auge schauen und hatten keine andere Möglichkeit. Es wäre einfach gegenüber den anderen Vereinen nicht seriös gewesen, mit nur 13 Spielern in eine Saison zu gehen. Da ist keinem gedient", sagt Zeilner.
Ob der eine oder andere Spieler in der nächsten Saison wieder zurückkomme, müsse man sehen. Eines stehe aber jetzt schon fest: Es wird für die SpVgg Windischenhaig, die nach dem Aufstieg in die heutige Kreisklasse auch schon mal bessere Zeiten erlebt hat, nicht leichter, sondern schwerer, eine spielfähige Mannschaft auf die Beine zu stellen.
Die Lichter gehen damit aber bei der SpVgg noch lange nicht aus. Zeilner: "Wir werden versuchen, das ein oder andere Training abzuhalten, vielleicht auch mit unseren Spielern aus der Altliga. Wir werden natürlich alles unternehmen, um zur nächsten Saison einen Neustart zu schaffen. Wenn man aber keine eigene Jugendarbeit betreiben kann, dann ist das eine negative Dynamik." Zeilner war früher ein gefürchteter Torjäger bei der SpVgg Windischenhaig, doch mit seinen 45 Jahren und einer schweren Knieverletzung kann er der SpVgg als aktiver Sportler nicht mehr helfen.