Medi Bayreuth atmet auf: Der Basketball-Bundesligist hat das zweite Spiel der englischen Woche gewonnen. Drei Tage nach der ernüchternden Auswärtsniederlage in Gießen präsentierten sich die Bayreuther Korbjäger bei den Telekom Baskets Bonn deutlich formverbessert und konnten mit einem 91:76-Erfolg ihre Negativserie von zuvor vier Niederlagen stoppen. Bereits am morgigen Freitagabend (20.30 Uhr) gastiert der Tabellendritte Crailsheim Merlins in der Oberfrankenhalle.

Bundesliga, Männer

Telekom Baskets Bonn - Medi Bayreuth 76:91 (24:30, 18:18, 17:21, 17:22)

Unbeeindruckt von der Niederlage in Gießen kamen die Gäste auf das Parkett der Hardtberghalle und boten den zuvor viermal siegreichen Hausherren mutig die Stirn. Dass der Treffer von Baskets-Topscorer Chris Babbs zum 12:11 in der fünften Minute bereits die letzte Bonner Führung der Partie darstellen sollte, hatte zu diesem Zeitpunkt wohl selbst Medi-Coach Raoul Korner nicht geglaubt.

Kapitän Bastian Doreth traf im Gegenzug zum Führungswechsel, Andreas Seiferth und Frank Bartley wehrten kurz vor der ersten Viertelpause einen Bonner Lauf (22:24, 9.) ab und sicherten einen 30:24-Vorsprung. Nach einem ausgeglichenen zweiten Spielabschnitt (18:18) erwischten die Hausherren den besseren Start nach dem Seitenwechsel. Baskets-Kapitän Anthony DiLeo traf zum 50:51-Anschluss (24.). Bayreuth verstand dies als Weckruf, zog postwendend wieder davon und lag vor den letzten zehn Minuten erstmals zweistellig in Führung (69:59).

Diesen Vorsprung wollten sich die Bayreuther nicht mehr nehmen lassen - im Gegenteil: Das Korner-Team ließ die Hausherren nicht mehr ins Spiel kommen, hatten stets die passende Antwort parat und nahmen einen ungefährdeten und hochverdienten 91:76-Erfolg mit auf die Heimreise.

Die Gründe für den Bayreuther Erfolg lagen genau dort, wo noch drei Tage zuvor die Ursachen für den enttäuschenden Auftritt in Gießen verortet waren.

Vor allem zeigte Medi diesmal eine überzeugende Teamleistung, die sich auch im gewonnenen Rebound-Duell (35:30) belegen ließ. Hinzu kam, dass Frank Bartley, der in den vergangenen vier Partien durchschnittlich nur 7,5 Punkte erzielte, wieder einmal seinem Ruf als Topscorer gerecht wurde und die Partie mit 24 Punkten, starker Quote (59 Prozent) und den meisten Rebounds (8) beendete.

Drei Gründe für den Auswärtssieg

"Fokus, Intensität und Verteidigung", nannte der 25-jährige US-Amerikaner nach Spielende als entscheidende Faktoren für den siebten Bayreuther Saisonerfolg. Mit Osvaldas Olisevicius (17/2), Andreas Seiferth (15) und Bastian Doreth (13/1) punkteten drei weitere Spieler zweistellig. "Das war eine gute Reaktion auf unser Spiel gegen Gießen. Wir haben im Vorfeld gewusst und es auch betont, dass wir nur dann Spiele gewinnen können, wenn jeder abliefert und sich jeder mit einer entsprechenden Leistung aktiv am Spiel beteiligt", war Medi-Coach Raoul Korner nach dem Erfolg seines Teams sichtlich erleichtert und lobte weiter: "Wir haben eine sehr geschlossene und über 40 Minuten sehr konstante Teamleistung gezeigt, die sich auch darin äußert, dass wir kein einziges Viertel verloren haben."Gegen das Überraschungsteam der Liga, die Crailsheim Merlins (3.), wollen die Bayreuther (12.) den Aufschwung mitnehmen und an die überzeugende Leistung gegen Bonn anknüpfen.

Medi Bayreuth: Pardon (7), Wenzl (0), Jalalpoor, Doreth (13/1), Seiferth (15), Jones (2), Tiby (4/1), Walker (9/2), Bartley (24/2), Olisevicius (17/2)