Basketball-Bundesligist Medi Bayreuth hat das Jubiläum von Raoul Korner mit einem Erfolg vergoldet: Im 150. Bundesligaspiel unter ihrem österreichischen Cheftrainer setzten sich die Bayreuther gegen den Tabellenvierten Crailsheim Merlins verdient mit 97:78 (52:41) durch und holten den achten Saisonsieg.

Bundesliga, Männer

Medi Bayreuth - Crailsheim Merlins 97:78(28:14, 24:27, 22:19, 23:18)

Die Gastgeber knüpften ansatzlos an ihren starken Auftritt in Bonn an und starteten mit viel Energie und Selbstvertrauen in die Partie. Damit erwischten sie die Schwaben, die zwei ihrer bis dahin erst fünf Niederlagen in den beiden vorangegangenen Partien kassiert hatten, ganz offensichtlich auf dem falschen Fuß. Die Folge war ein Bayreuther Traum-start, der sich in einer deutlichen 28:14-Führung nach dem ersten Viertel zeigte und die Basis für einen weitgehend ungefährdeten Start-Ziel-Sieg bildete. Für den überraschenden Erfolg gegen die Merlins gab es gleich mehrere Hauptgründe.

Doreth-Ausfall kompensiert

Die Deutlichkeit des Erfolges überraschte, da die Bayreuther frühzeitig ihren Anführer und Kapitän Bastian Doreth ersetzen mussten. Für den besten deutschen Vorbereiter der BBL war die Partie aufgrund muskulärer Probleme bereits nach sieben Minuten beendet. "Er hat Schmerzen in der Oberschenkelmuskulatur. Jetzt hoffen wir, dass sich daraus nichts Gravierenderes entwickelt", informierte Korner nach dem Spiel.

Für Doreth sprang der US-Amerikaner Lazeric Jones in die Bresche, der den Spielaufbau mit Übersicht und Ruhe dirigierte und die Partie mit neun Punkten, vier Assists und zwei Ballgewinnen beendete. Verschnaufpausen gaben ihm Philip Jalalpoor und Eigengewächs Nico Wenzl. "Kompliment an meine Mannschaft, sie haben heute abgeliefert und den Ausfall von Basti gemeinsam kompensiert", lobte Korner, der sich auch über insgesamt 25 Assists seiner Mannschaft freute.

Seiferth in Gala-Form

"Das war eine ganz exzellente Teamleistung, aus der Andi Seiferth herausgestochen ist. Er war heute eine Macht am Brett", hob Korner den Nationalspieler hervor. Seiferth war am gegnerischen Brett kaum zu stoppen, erzielte insgesamt 23 Punkte und leistete sich nur ei-nen einzigen Fehlwurf aus dem Feld (90 Prozent Trefferquote). Zudem avan-cierte der Center-Routinier zum besten Rebounder (7) auf dem Parkett und beendete die Partie mit einem herausragenden Effizienzwert (+31). Übertroffen in der Punktausbeute wurde Seiferth lediglich vom Litauer Osvaldas Olisevicius, der insgesamt 25 Punkte (3 Dreier) markierte, ebenfalls mit starker Quote (69 Prozent).

Walker legt Bell-Haynes an die Kette

Einen entscheidenden Anteil am Bayreuther Erfolg hatte auch der hoch veranlagte, oftmals aber aufgrund seiner Reserviertheit gescholtene David Walker. Er hatte Merlins-Star Trae Bell-Haynes voll im Griff. Der wieselflinke Kanadier erzielte zwar 18 Punkte, blieb mit lediglich zwei Assists aber deutlich unter seinem bisherigen Ligabestwert (7,9) und leistete sich zudem sechs Ballverluste. Und in der Offensive blieb der Bayreuther US-Amerikaner ohne Fehlversuch.

Medi Bayreuth: Pardon (8), Wenzl (1), Doreth, Jalalpoor (2), Seiferth (23), Jones (9/1), Tiby (7/1), Walker (12/2), Bartley (10/2), Olisevicius (25/3)