Dittwar wirft in "Stanich" hin
Autor: Markus Klein
Stadtsteinach, Mittwoch, 16. August 2017
Nach nur drei Spielen ist Trainer Holger Dittwar beim TSV Stadtsteinach zurückgetreten. Es gab Probleme mit einigen Spielern.
Besonders erfolgreich ist der Fußball-Kreisligist TSV Stadtsteinach in dieser Saison noch nicht. "Drei Punkte in drei Spielen, das ist nicht unser Anspruch. Der Kader gibt mehr her", sagt der zweite Vorsitzende René Beyerlein. Aber dass der neue Hoffnungstrainer Holger Dittwar schon nach drei Spielen zurücktritt, sei auch für Beyerlein überraschend gewesen.
Respekt hat gefehlt
"Wir haben viel Kraft und Mühe in die Verpflichtung von Holger gesteckt. Sicherlich ist der derzeitige 13. Tabellenplatz nicht unser Anspruch, jedoch ist die Saison noch jung. Die Notwendigkeit, das Handtuch zu werfen, ist für mich nicht erkennbar. Wir bedauern die Entscheidung sehr", sagt Beyerlein. Der Grund für seinen Rücktritt, den er am Dienstagabend bekannt gab, sei für Dittwar der fehlende Bezug zu den Spielern. "Es gab ein paar Vorfälle mit der Mannschaft. Mir hat es bei einigen an Respekt gefehlt", erklärt Dittwar seine Entscheidung. An den Pranger stellen möchte er aber niemanden. "Beim Fußball prallen verschiedene Charaktere aufeinander. Mit einigen lief es gut, mit anderen nicht. Ich will nicht auf Opfer machen." Ihm sei aber durch die Probleme mit der Mannschaft der Spaß verloren gegangen "und den braucht man im Fußball", sagt Dittwar. Er finde es schade für die Leute im Verein, die sich für ihn eingesetzt haben. "Das tut mir leid, aber ich muss mit der Mannschaft arbeiten können."
"Keiner, der einfach hinhaut"
Was für den Vorstand und die Fans überraschend kam, habe sich laut Dittwar schon länger abgezeichnet. "Ich bin keiner, der einfach hinhaut", sagt der Ex-Trainer. "Das hat sich über Wochen ergeben und war wohlüberlegt."Auch Beyerlein räumt ein, dass es bereits in der Vorbereitung auf die laufende Saison Probleme zwischen den Spielern und Dittwar gegeben habe. "Die Mannschaft hat wenig Disziplin gezeigt." Also habe es ein Gespräch mit den Spielern gegeben, das laut Beyerlein konstruktiv verlaufen sei.
"Die Mannschaft hat mehr Disziplin zugesagt. Über die Ziele waren wir uns einig. Das wurde bisher aber anscheinend nicht ganz umgesetzt", sagt Beyerlein. Trotzdem sei er überrascht gewesen, dass Dittwar schon so früh aufhörte. "Vielleicht hätten wir noch eine Lösung finden können."
Auch Dittwar habe das Gespräch mit der Mannschaft im Vorfeld als positiv in Erinnerung. "Aber sowas ist leicht gesagt. Man muss das schon auch umsetzen", so Dittwar. Er habe die Reißleine ziehen müssen. "Vielleicht gibt es ja jetzt ein Aufwachen. Vielleicht kommt mein Nachfolger auch besser mit der Mannschaft aus. Ich mache jedenfalls den Weg frei."
Wie es weitergeht beim TSV Stadtsteinach ist derzeit noch unklar. Für einen Nachfolger habe Beyerlein "schon drei, vier Namen im Kopf. Am Donnerstag werden wir besprechen, wer in Frage kommt", gibt er bekannt. "Und dann müssen wir sehen, wer verfügbar ist. Bis dahin werden wir mit einer internen Lösung weiter arbeiten. In diesem Abschnitt der Saison können wir jetzt nicht in volle Regale greifen."