Wie ein Berg steht er da, ein Mordstrumm von einem Mann, mit grimmiger Miene. Plötzlich fliegen die Fäuste. Rechter Haken, linker Haken, ein Schlag in die Magengrube. Dann klatscht die flache Hand ins Gesicht des Gegners, und schließlich haut er zwei seiner Kontrahenten mit den Köpfen zusammen, dass es nur so knallt. Herrlich ist das!

Keine Angst: Ich befinde mich in bester psychischer Verfassung und Gewaltfantasien sind meine Sache nicht. Aber beim Stöbern im Internet bin ich dieser Tage auf Szenen aus alten Filmen mit den beiden Haudegen Terence Hill und Bud Spencer gestoßen. Sie wissen schon: Der schmale Blonde mit den bestechend schönen blauen Augen und der große Dicke mit dem schwarzen Bart. "Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle", "Vier Fäuste für ein Halleluja", "Gott vergibt... Django nie". Als Jugendliche habe ich diese Filme geliebt und mich bei jedem Einzelnen prächtig amüsiert. Obwohl die Geschichte ja eigentlich immer die gleiche war: Die Bösen sind in der Überzahl und wähnen sich sicher. Aber die beiden Guten verhauen sie gewaltig. So simpel, so gut.

So gut? Darf man heutzutage solche Szenen noch gut finden? Darüber lachen? Womöglich Jugendliche zuschauen lassen (die meisten der Filme haben eine Altersfreigabe ab 12 Jahren)? Ich finde: Man darf!

Angesichts dessen, was heutzutage über die Kinoleinwände und Bildschirme flimmert, sind diese Hau-drauf-Filmchen geradezu harmlos. Auch entbehren sie nicht eines gewissen Wortwitzes. Letztendlich kann sich der Zuschauer ja auch immer vor Augen führen, dass alles nur Spiel ist und niemand wirklich vermöbelt wird.

Bei den täglichen Nachrichtensendungen mit ihren Bildern von ertrinkenden Flüchtlingen, verhungernden Kindern, von Bombenexplosionen, rechtsextremen Mordanschlägen und gemeingefährlichen und unberechenbaren Präsidenten kann man das leider nicht.