Schüler unterstützen Restaurator

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Schülerinnen und Schüler des Caspar-Vischer-Gymnasiums unterstützen den Restaurator bei der Wiederherstellung der historischen Wandmalereien. Fotos: pr.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Ein ungewöhnliches Unterrichtsprojekt läuft derzeit am Caspar-Vischer-Gymnasium in Kulmbach: Die Schüler des künftigen Kunst-Leistungskurses greifen einem Restaurator bei der Renovierung eines historischen Gebäudes unter die Arme.

Etliche der jungen Leute, die im nächsten Schuljahr den Kunst-Leistungskurs besuchen werden, haben gemeinsam mit Restaurator Edgar Hartmann aus Marktheidenfeld die historischen Giebelmalereien über den Fenstern des Jugendstil-Baus erneuert – und dabei schon einmal ganz handfeste Erfahrungen in der künstlerischen Betätigung gesammelt.
Ideengeber der nicht alltäglichen Aktion war Kunstlehrer Georg Köstner. Sein besonderes Interesse fanden dabei die Malereien in den Putzfeldern über den Fenstern, „Zeitweise stellte man sich die Frage, ob man die überhaupt restaurieren soll“, erinnert er sich. Weil die Malereien aber alles in allem gut erhalten waren, entschloss man sich, sie aufzufrischen und, wo nötig, zu erneuern.
Zunächst hatte Georg Köstner nur geplant, mit seinen Schülern diese Arbeiten genau zu beobachten, um so etwas über die Arbeit eines Restaurators zu lernen. „Dann kam uns die Idee, dass wir ja mit helfen könnten.“ Der Restaurator hatte nichts dagegen, auch Schulleitung und Landratsamt gaben ihr okay.
Die jungen Leute, die im nächsten Jahr den Kunst-Leistungskurs in der zwölften Jahrgangsstufe besuchen werden, fanden das Projekt so spannend, dass sie freiwillig viele Nachmittag in beziehungsweise nahe der Schule zubrachten.
Die Arbeit auf dem Gerüst, der eine gründliche Sicherheitsunterweisung vorausging, war für den einen oder die andere gewöhnungsbedürftig. „Manche sind lieber unten geblieben“, so Georg Köstner.
Zu den ersten Arbeitsgängen gehörte das Abwaschen der bemalten Giebelfelder. So ließ sich der tatsächliche Zustand der Malereien genau beurteilen. Im Anschluss wurden die Motive – jugendstil-typische Blüten und Ranken – auf Transparent-Papier übertragen. „Damit lassen sich die Motive zum einen auf die Felder kopieren, auf denen keine Malerei mehr zu finden war“, erläutert Kunsterzieher Köstner. „Zum anderen konnten die Schüler auf diese Weise erst einmal die Maltechnik üben.“
Dazu wurden Holzplatten mit Putz überzogen und die Motive dort gewissermaßen zur Probe gemalt. Die „Gesellenstücke“ fanden die Zustimmung von Restaurator Hartmann – der Einsatz am Gebäude konnte beginnen.
Weil viele der Motive lediglich aufgefrischt werden mussten, wurden Farben auf Silikat-Basis stark verdünnt – Motive in blassen Farbtönen, die gut mit den aufgefrischten Gesimsen harmonieren, sind das Ergebnis.
Ein paar Tage haben die jungen Männer und Frauen noch zu tun, dann sind Sommerferien. Bis im September das neue Schuljahr beginnt, wird Edgar Hartmann die Arbeiten abgeschlossen haben. Und wenn die künftigen Leistungskursler dann lehrplanmäßig Kunstgeschichte büffeln oder praktische Techniken ausprobieren, haben sie täglich die Bestätigung vor Augen, dass sie durchaus Talent fürs Künstlerische haben.