Wer soll im Freistaat und im Bund künftig politisch das Sagen haben? Darüber dürfen die Wähler an den kommenden beiden Sonntagen entscheiden. Am 15. September wird der neue Landtag gewählt, am 22. werden die Karten im Bundestag neu gemischt. Viele wissen, wo sie ihre Kreuzchen machen werden, andere sind noch unentschlossen, wen und ob sie überhaupt wählen wollen.

Auf den Zahn gefühlt
Um ihnen die Entscheidung zu erleichtern, luden die Bayerische Rundschau und Radio Plassenburg am Montagabend zu einer großen Podiumsdiskussion ein. Rundschau-Redaktionsleiter Alexander Müller und Radio-Moderatorin Daniela Ebert fühlten den Direktkandidaten auf den Zahn und gaben den Zuhörern im voll besetzten Saal der Kommunbräu Gelegenheit, deren unterschiedlichen Positionen zu den für die Region besonders wichtigen Themen zu vergleichen

Mehr als 100 Zuhörer
Deutlich über 100 Zuhörer, darunter viele junge Leute, verfolgten die Diskussion, die teilweise sehr emotional geführt wurde: Vertreter von SPD und Grünen gingen alles andere als zimperlich mit den Regierungen Seehofer und Merkel um. "Wir Oberfranken sind die Stiefkinder der Staatsregierung", kritisierte MdL Inge Aures (SPD), und auch Martin Baumgärtner (Freie Wähler) meint, der ländliche Raum sei über Jahrzehnte vernachlässigt worden. Es sei höchste Zeit, endlich gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen.

Die Vorwürfe, Oberfranken zu benachteiligen und die Bürger mit leeren Versprechungen hinzuhalten, ließen die CSU-Kandidaten dagegen nicht auf ihrer Partei sitzen.
Er habe bisher bei jedem Projekt für seinen Stimmkreis die volle Unterstützung der Staatsregierung bekommen, betonte Martin Schöffel.


Trotz aller Meinungsverschiedenheiten - in einem sind sich die Kandidaten parteiübergreifend einig: Ihnen allen geht es darum, die Region Oberfranken zu stärken und Benachteiligungen auszugleichen, die die Menschen im ländlichen Raum im Vergleich zu denen in den Ballungszentren in Kauf nehmen müssen, zum Beispiel in Sachen Infrastruktur. So wollen sich alle dafür einsetzen, den öffentlichen Personennahverkehr zu verbessern, die Lücken in der Versorgung mit schnellem Internet zu schließen und Schulstandorte zu erhalten.

Die erste Hälfte des Abends gehörte den Landtagswahlen, die zweite den Bundestagswahlen. Auf dem Podium nahmen jeweils die bereits im Parlament vertretenen Parteien Platz, in unmittelbare Nähe die übrigen Kandidaten, die sich in die Debatte einschalteten. Lediglich die FDP-Kandidaten Thomas Nagel (Landtag) und Stephan Otte (Bundestag) hatten aus beruflichen Gründen ihre Teilnahme abgesagt.

Wer hat die Kompetenz?
Auch die Gäste durften schriftlich Fragen stellen, von denen ein Teil in die Gesprächsrunden einfloss. Dazu gab es eine Menge spontaner Meinungsäußerungen in Form von Zwischenrufen, die mehr als einmal die Emotionen hochkochen ließen. Auch das zeigt, wie wichtig die ernsthafte Auseinandersetzung mit den Sorgen und Wünschen der Bürger ist.

Jede Stimme zählt. Das ist allen Kandidaten bewusst. Doch sie bekamen auch zu spüren, dass es nicht einfach ist, die Wähler zu überzeugen. Ob Energiewende, Mindestlohn oder Bildungspolitik - auf Stichwort das jeweilige Parteiprogramm abzuspulen oder auf bisherige Erfolge zu verweisen, reicht nicht. Die Bürger wollen persönliches Engagement und Kompetenz in der Sache.

Nachwuchs lernt schnell
Dass sie das drauf haben, wollten sowohl die erfahrenen Abgeordnete aus dem Landtag, Inge Aures und Martin Schöffel, beweisen, als auch die politischen Newcomer, die sich um ein Bundestagsmandat bewerben: Emmi Zeulner (CSU), Simon Moritz (SPD) und Valentin Motschmann (Grüne).

Alle drei sind noch keine 30 und voller Tatendrang. Sie haben ihre Hausaufgaben gemacht und ihre Argumente parat. Und sie haben im Lauf ihres ersten Bundestagswahlkampfs gelernt, kritische Einwürfe zu kontern und ihren Standpunkt zu vertreten - als wären sie schon lange im Geschäft.

Umfragen zu den möglichen Wahlergebnissen sind nur Momentaufnahmen, weiß Simon Moritz. Es gibt noch Wählerstimmen zu gewinnen - die der Unentschlossenen und der möglichen Nichtwähler. Deswegen kämpfen alle weiter und hoffen auf eine große Wahlbeteiligung.

Dazu ermunterten auch die Moderatoren das Publikum. Daniela Ebert: "Politik geht uns alle an. Gehen Sie wählen!"

Beitrag Radio Plassenburg: Umfrage unter den Zuschauern Teil 1 by Infranken.de

Beitrag Radio Plassenburg: Umfrage unter den Zuschauern Teil 2 by Infranken.de

Beitrag Radio Plassenburg: Martin Schöffel (CSU) by Infranken.de

Beitrag Radio Plassenburg: Inge Aures (SPD) by Infranken.de

Beitrag Radio Plassenburg: Emmi Zeulner (CSU) by Infranken.de

Beitrag Radio Plassenburg: Bruno Kramm (Piraten) by Infranken.de