Fledermäuse segeln lautlos durch die Nacht. Zumindest können Menschen sie normalerweise nicht hören. Das funktioniert nur mit einem Trick: Bei der Fledermausnacht am Samstag auf der Plassenburg setzte Erich Schiffelholz vom Landesbund für Vogelschutz Detektoren ein. Und machte damit die Laute hörbar.

Viele Besucher machten sich auf den Weg zur Plassenburg. Je dunkler es wurde, desto mehr Menschen zogen zur Burg hinauf. "Die Fledermäuse orientieren sich mit Schallwellen", weiß Julius Böhm (7 Jahre). Die Ultraschall-Rufe, die die Fledermäuse aussenden, liegen im Frequenzbereich zwischen 18 und 150 Kilohertz.
Die Fledermaus-Detektoren machen diese Frequenzen hörbar. Es sind fiepende und schmatzende Geräusche. Rund um die Plassenburg ist die Hölle los, stellten die Fledermaus-Fans schnell fest. Massenweise gab es beim Christiansportal wieder Zwergfledermäuse zu hören.
Und auch einige graue und braune Langohren waren auszumachen.
"Fledermäuse haben relativ kleine Augen, sie nehmen ihre Umgebung ausschließlich durch Echo-Ortung wahr", erläuterte Erich Schiffelholz, Vorsitzender der LBV-Kreisgruppe Kulmbach. Im Klartext bedeutet das: Die Fledermäuse können anhand der zurückgeworfenen Echos erkennen, ob Hindernisse oder Beute in der Nähe sind. Selbst haardünne Fäden nehmen sie wahr.

"Jede Fledermausart stößt unterschiedliche Geräusche aus - manche bis zu hundert Rufe pro Sekunde." Und auch die Art der Rufe lässt Fachleute erkennen, welche Fledermaus unterwegs ist. So fiept die winzig kleine Zwergfledermaus, die gerade mal sieben Gramm wiegt, bei hohen vierzig bis fünfzig Kilohertz.

Viele Arten wohnen auf der Burg

Auf der Plassenburg kommt auch die Fransenfledermaus vor, die optisch mit ihren Fransen recht auffällig ist. Aber auch die Zweifarbenfledermaus, das Große Mausohr, das Braune und das Graue Langohr, die Bech steinfledermaus, die Mopsfledermaus mit der plattgedrückten Schnauze und der große Abendsegler sowie Wasserfledermäuse und Bartfledermäuse sind auf der Burg zu Hause, so Schiffelholz - vor allem im Winter, denn in den Kellern sind sie ungestört. Anfassen sollte man die Tiere übrigens nicht, auch nicht, wenn man sie abgestürzt findet. Sie könnten die Fledermaus-Tollwut haben, und diese ist wie jede andere Tollwut auf Menschen übertragbar. "Experten tragen immer Handschuhe", betont Schiffelholz.

Zu wenig Brutmöglichkeiten

Bei Vorträgen in der Burgkapelle erklärte Erich Schiffelholz mit beeindruckenden Bildern alles Wissenswerte über die Flattermänner. So haben es Fledermäuse heute schwer, weil es nur wenige Brutmöglichkeiten gibt. Erich Schiffelholz und Ludwig Münch vom Landesbund für Vogelschutz zeigten speziell angefertigte Nistkästen: Es gibt Flachkästen und Kästen, die natürlichen Baumhöhlen nachempfunden sind. Schiffelholz hatte Bilder aus der Wochenstube der Fledermäuse dabei und erzählte von der Aufzucht der Jungen. Bei der Geburt, die wie bei allen anderen Säugetieren abläuft, sind Fledermäuse kaum größer als eine Biene. Die Flügel bilden sich erst nach fünf bis sechs Wochen aus.

Ausflug in die Unterwelt

Olaf Steininger führte kleine und große Fledermaus-Fans durch die Unterwelt der Plassenburg. Und sie hatten Glück: Gleich mehrere Zwergfledermäuse schwirrten durch die Keller - so schnell, dass sie nur wie ein Blitz im Schein der Taschenlampen auszumachen waren. "Das ist ungewöhnlich. Normalerweise sind jetzt noch keine Fledermäuse hier", so Schiffelholz.

Neben Informationen gab es für Kinder auch viele spielerische Entdeckungsreisen. Das Team des Landkreis-Spielmobils bastelte mit den Kindern Fledermaus-Blumenstecker und Hampelmänner, die sich auch kopfüber aufhängen lassen, "denn die Fledermäuse schlafen mit dem Kopf nach unten", erklärt Philipp Wöß (6 Jahre) sein Bastelwerk.