Petitionsausschuss: Der Iraner Hossein Fathi Khamirani darf in Kulmbach bleiben
Autor: Redaktion
Kulmbach, Mittwoch, 16. Oktober 2019
Der Petitionsausschuss des bayerischen Landtags hat sich am Mittwoch (17. Oktober) mit der Petition gegen die Abschiebung des Iraners Hossein Fathi Khamirani befasst. Das teilte Landtagsabgeordneter Rainer Ludwig (FW) mit.
Fast 5200 Unterschriften waren im Februar an die drei Landtagsabgeordneten aus dem Stimmkreis übergeben worden mit der Bitte, sich für das Bleiben des Iraners Hossein Fathi Khamirani einzusetzen. Aufgrund einer Entscheidung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge wäre er vollziehbar ausreisepflichtig gewesen - es hätte ihm also die Abschiebung gedroht.
Der junge Iraner war wie seine Mutter und seine jüngere Schwester zum christlichen Glauben übergetreten - im Iran musste er daher mit erheblichen Repressalien, letztlich um sein Leben fürchten. Nach einer abschlägigen Entscheidung des Verwaltungsgerichts Bayreuth hatte sich neben den Angeordneten auch Regionalbischöfin Dorothea Greiner für ein Bleiberecht des Mannes eingesetzt.
Auf Bitten des evangelischen Landesbischofs Heinrich Bedford-Strohm hatte Innenminister Joachim Herrmann entschieden, dass Hossein Fathi Khamirani zunächst nicht abzuschieben sei. Diese, wie es rechtlich heißt, "gegenwärtige Regelung" wurde nun durch den Petitionsausschuss des Landtags bestätigt.
Hauptgrund sei die Tatsache, dass der Iraner inzwischen Anfang September eine Ausbildung als Feinwerkmechaniker (Schwerpunkt Maschinenbau) begonnen habe, so MdL Rainer Ludwig, der als Berichterstatter zu dem Fall im Ausschuss die Federführung hatte. Ein weiteres Ergebnis: Es soll in Bälde eine grundsätzliche Entscheidung gefällt werden, wie mit iranischen Konvertiten generell umgegangen werden soll.
Hossein Fathi Khamirani selbst wird bis zum Ende seiner Ausbildung Anfang 2023 jedenfalls sicher nicht abgeschoben. Danach werde sicher die generelle Entscheidung greifen, ist sich Rainer Ludwig sicher. Er lobt die gute und enge Zusammenarbeit zwischen ihm und seinen Abgeordneten-Kollegen Inge Aures (SPD) und Martin Schöffel (CSU) sowie den Einsatz der evangelischen Kirche.
"Ich freue mich persönlich sehr, dass das geklappt. Dabei war es natürlich von Vorteil, dass ich als Kulmbacher im Petitionsausschuss bin". Der Landtagsabgeordnete zeigte sich auch zufrieden, dass zeitnah eine grundsätzliche Regelung gefunden werden soll.
Pfarrer ist heilfroh
Groß ist die Freude derer, die die Petition unterstützt und eingereicht haben. Darunter ist der Pfarrer der Kreuzkirchengemeinde, Jürgen Singer. "Wir sind heilfroh, dass der Petitionsausschuss nun das bestätigt hat, was uns der Innenminister schon Ende August mitgeteilt hat", erklärt Singer, der hofft, dass Hossein nicht nur während der Ausbildungszeit, sondern darüber hinaus in Kulmbach bleiben darf.