No Tupper, no Party!
Autor: Anna-Lena Deuerling
Kulmbach, Freitag, 24. Februar 2017
"Mädelsabende" sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren.
Ein "Partymobil" stand diese Woche an der Kreuzung neben mir. Beim Stichwort "Party" wurde ich natürlich gleich aufmerksam. Auf den zweiten Blick hat sich dann allerdings gezeigt, dass die Fahrerin vor allem eines zelebriert: Tupperware.
Das Partymobil fährt nämlich durch Kulmbach und will kaufwilligen Hausfrauen Döschen, Deckelchen und allerlei Küchenhelfer andrehen. Was für Heimchen am Herd? Im Gegenteil. Vom verstaubten Hausfrauen-Klischee mit Käse-Igel ist beim Tupperabend im Jahr 2017 nichts mehr zu spüren. Da werden der Sekt kaltgestellt und die Freundinnen aufgeregt informiert: "Mädels, Tupperparty!"
Auch bei meinen "Mädels", das sind Frauen diesseits der 30, gerade mit den Studium fertig oder noch mitten drin, tun sich seltsame Dinge. Wenn wir uns vor fünf Jahren zum Mädelsabend getroffen haben, ging es vorherrschend um Themen wie das neuste Schnäppchen beim Shoppen. Auch der Flirt vom letzten Wochenende wurde heiß diskutiert. Mittlerweile beginnen die Augen bei ganz anderen Errungenschaften zu glänzen: Schüttelbecher, Universalschneider und Vorratsdöschen. Vom Thema "Thermomix" fang ich lieber gar nicht erst an...