Müll in der Stadt? Da greifen die Heers zur Eigeninitiative
Autor: Amelie Theuer
Kulmbach, Sonntag, 05. Juli 2020
Ein Rentner-Ehepaar aus Kulmbach hat den Umweltschutz zum Hobby gemacht.
Mit Glasflaschen, Pizzakartons und Verpackungen, bedruckt mit dem McDonald's-Logo, hat das Ehepaar Heer innerhalb kürzester Zeit seine großen blauen Mülltüten gefüllt. Das Müllsammeln ist für sie coronabedingt zum Hobby geworden - und ein sinnvoller Nebeneffekt des Spazierengehens: "Es gibt sich nichts, ob wir zusätzlich noch etwas Müll aufsammeln," erzählt Reinhard Herr.
Die Intention dahinter? "Vielleicht sieht der ein oder andere uns dabei und nimmt sich ein Beispiel daran," erklärt der Rentner. Er und seine Frau empfinden ihr Hobby als einen "kleinen Beitrag zur Sauberkeit und zur Verschönerung der Stadt". Sie tun das für ein schönes Stadtbild. "Für mich ist es unvorstellbar, wenn jemand direkt neben einem Mülleimer auf einer Parkbank sitzt und dann trotzdem seinen Müll auf dem Boden wirft." Das lässt bei Heer nur Kopfschütteln zurück.
Beim Feiern entsteht Müll
Der Inspektionsleiter der Polizei Kulmbach, Peter Hübner, weiß auf die Frage nach dem Warum eine klare Antwort: "Leute feiern weltweit, auch in Deutschland und auch in Kulmbach. Da kommt es ab und an auch dazu, dass sie ihren Müll liegen lassen." Er berichtet davon, dass von der Polizei immer wieder sogar ganze Müllhalden gefunden werden. Verursacht werden diese aber sowohl von jung als auch von alt, betont der Inspektionsleiter.
Umweltverschmutzung ist übrigens ein Verstoß und wird mit Bußgeldern laut dem Bußgeldkatalog "Umweltschutz" des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz (siehe Infobox) geahndet. Die Polizei ist stets dazu berechtigt, Personalien aufzunehmen, Beweisstellen zu inspizieren und gegebenenfalls auch den Müll zu durchsuchen, da dieser oftmals Aufschluss auf den Täter gibt.
Laut Hübner bestreift die Polizei bestimmte Kulmbacher Bereiche und kann im Fall eines Verstoßes natürlich Anzeige gegen den Täter erstatten.
Auch Heer lobt die Polizei, die regelmäßig Streife fahren, um so bei Hotspots für etwas mehr Ordnung sorgen zu können. Er wünsche sich einfach nur, dass die Menschen nicht gedankenlos ihre Sachen in die Natur werfen. "Das fängt ja schon klein an mit Kippen und Kronkorken."
Müll-Hotspots
Sogenannte Hotspots in der Stadt sind Berichten zufolge die Flutmulde, die Kieswäsch, die McDonald's-Filiale - und auch unter Brücken ist immer wieder Müll zu finden. "Das sind alles Orte, an denen gefeiert wird und wo Leute sich niederlassen," so Peter Hübner.