Mit dem Einhorn in den Urlaub
Autor: Redaktion
Kulmbach, Mittwoch, 16. August 2017
Nicht nur das schlechte Wetter kann einem im Vorfeld die Urlaubsfreude rauben. Auch Sicherheitskontrollen können die Stimmung nach unten ziehen.
Momentan sind Sommerferien in Bayern! Das merkt man nicht nur daran, dass das Wetter kontinuierlich schlechter wird und die Autobahnen komplett verstopft sind. Man merkt es auch deshalb, weil der Gardasee und einige andere beliebte Urlaubsziele plötzlich fest in deutscher Hand sind und man gar nicht mehr bemerkt, dass man sich eigentlich im Ausland befindet.
Wenn man der deutschen Touri-Schwemme entkommen möchte, bleibt einem nichts anderes übrig, als in den Flieger oder in den Fernbus zu steigen und ein Land zu erkunden, das nicht bereits von deutschen Touristen überrannt wurde.
Aber auch das hat seine Tücken. Manchmal schon bei der ersten Sicherheitskontrolle. Vor wenigen Tagen habe ich im Radio gehört, dass ein Mann in einem Fernbus nach Kroatien von der Polizei aufgehalten wurde, weil er ein rosa Plüsch-Einhorn mit sich herumtrug. Die Polizisten fanden das merkwürdig - und tatsächlich war das arme Einhorn letztendlich komplett mit Drogen vollgestopft gewesen. Diese Nachricht hat in mir eine - fast schon verdrängte - Kindheitsangst geweckt.
Bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen hatte ich immer Panik, dass mein Teddybär als verdächtig eingestuft werden könnte und ihn Beamte auf der Suche nach Rauschgift aufschlitzen würden. Vor meinem inneren Auge hatte ich mich schon mit Nadel und Faden gesehen, wie ich meinen armen Bären zusammenflickte.
Deswegen hätte ich jedes Mal aufs Neue bei der Sicherheitskontrolle am liebsten wieder kehrtgemacht. Passiert ist zum Glück nie etwas. Wahrscheinlich, weil das Sicherheitspersonal Teddys mehr mag als Einhörner. Eventuell lag es auch einfach daran, dass ich mit acht Jahren nicht sonderlich kriminell aussah. Seit ich ohne Kuscheltier reise bin ich jedenfalls entspannter, wenn ich eine Kontrolle durchqueren muss. Lena Müller