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MdL Schöffel informiert sich bei Untersteinacher "Pressecklein-Freunden"


Autor: Redaktion

Untersteinach, Donnerstag, 02. August 2018

MdL Martin Schöffel hat sich bei den Untersteinacher "Pressecklein-Freunden" informiert. Anschließend befassten die sich mit dem aktuellen Sachstand.
Eigenes Wasser aus dem Brunnen "Pressecklein" - oder Versorgung durch die FWO? - Vor diesen Alternativen steht die Gemeinde Untersteinach. Foto: Archiv/Peter Müller


Landtagsabgeordneter Martin Schöffel (CSU), Mitglied des Landtags-Ausschusses für Ernährung sowie des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz, hatte kurzfristig ein Treffen mit den Untersteinacher "Pressecklein-Freunden" möglich gemacht. Dies geht aus einer Pressemitteilung des Abgeordneten hervor. Der Sprecher der Interessengemeinschaft Pressecklein, Helmut Bergmann, begrüßte den Gast sowie zahlreiche Interessenten im voll besetzten Blasmusikvereinssaal.

Bergmann erinnerte an die jüngste Untersteinacher Bürgerversammlung, bei der sich "aufgrund unzulänglicher fragwürdiger Zahlenkonstrukte und Berechnungsversuche ein Vollanschluss an die Fernwasserversorgung (FWO) durchaus nicht als die wirtschaftlichste Lösung für eine künftige Wasserversorgung vor Ort herausgestellt hat", wie er erklärte.

MdL Schöffel legte dar, dass er sich in erster Linie über die aktuelle Situation zur Untersteinacher Wasserproblematik in besonderem Hinblick auf Finanzierungsfragen erkundigen wolle. Er selbst erachte einen Brunnen mit dieser Wasserqualität und Schüttung als "großen Wert für die Zukunft".

An dieser Stelle erläuterte Gemeinderat Alfred Vießmann (UBG), dass der Pressecklein-Brunnen im Jahr 2006 ertüchtigt und der Eichberg-Hochbehälter 2012 saniert worden seien: Diesen Weg hätte man ebenso zur Instandsetzung des Ortsnetzes insgesamt beschreiten sollen. Auch befürworte er selbst ausdrücklich die Beibehaltung der Untersteinacher Eigenversorgung und den Erhalt des Pressecklein.

Aus einer Mitteilung des Wasserwirtschaftsamts Hof vom 7. Juni 2018 führte Bernhard Herrmann wörtlich aus: "Von der Gemeinde Untersteinach wurden uns bisher noch keine Angaben zu den Investitionen in der Vergangenheit und den zukünftig geplanten baulichen Maßnahmen vorgelegt, so dass derzeit keine Aussage zur Fördermöglichkeit getroffen werden kann." Er fügte hinzu, dass sogar das Ingenieur-Büro Baurconsult selbst unmissverständlich empfohlen habe, dass "unabhängig, welche Variante zur Ausführung kommt, die Sanierung des Ortsnetzes vorrangig zu behandeln ist. Erst nachdem die Wasserverluste verringert wurden, sind Investitionen in neue Anlagen sinnvoll und wirtschaftlich."

Der ebenfalls anwesende stellvertretende Landesvorsitzende des Vereins "Interessengemeinschaft Kommunaler Trinkwasserversorgungen in Bayern" (IKT), Agraringenieur Gunter Zepter - selbst auch langjähriger Stadtrat in Merkendorf (Landkreis Ansbach) - hob den im Wasserhaushaltsgesetz vom Gesetzgeber geforderten Vorrang der ortsnahen Wasserversorgung hervor. Hiervon dürfe nur in strikten Ausnahmefällen, zum Beispiel auf Grund von mangelnder Wasser-Schüttung oder minderer Qualität abgewichen werden. Weiter skizzierte er aufgrund seines Erfahrungshorizonts einige Pfade, die man zur Erhaltung des Pressecklein-Brunnens weiterhin beschreiten könne.

Mit Hinblick auf das Ratsbegehren am 14. Oktober kam aus der Zuhörerschaft schließlich die Mahnung, bei der mit Ja oder Nein zu beantwortenden Fragestellung auf eine unparteiische, neutrale und objektive Formulierung zu achten.

Abschließend bekundete MdL Martin Schöffel sein nachhaltiges Interesse an der weiteren Entwicklung beim Untersteinacher Wasser und signalisierte seine Bereitschaft zur Hilfe.

Die Interessengemeinschaft Pressecklein teilt in einer Presseerklärung mit, dass man im Anschluss an das Treffen mit MdL Schöffel das weitere Vorgehen erörtert wurde, um im Hinblick auf das geplante
Ratsbegehren am Tag der Landtagswahl am 14. Oktober die geeigneten Weichen zum Erhalt des gemeindeeigenen Tiefbrunnens Pressecklein zu stellen.

In der Bürgerversammlung am 12. Juli habe sich beim Thema "künftige Untersteinacher Trinkwasserversorgung" keine einzige Stimme zu Gunsten eines Fernwasser-Anschlusses gemeldet - im Gegenteil.

Bereits am Abend der Bürgerversammlung hätten die Pressecklein-Freunde eine Unterschriftensammlung für eine weitere Bürgerversammlung gemäß Artikel 18, Absatz 2 der Bayerischen Gemeindeordnung begonnen: Diese sei überaus erfolgreich verlaufen und so habe bereits am folgenden Tag mit über 130 Unterschriften (77 wären ausreichend gewesen) der Antrag gestellt werden können. Somit müsse eine weitere Bürgerversammlung binnen dreier Monate durchgeführt werden. Die wichtigsten hierfür eingereichten Tagesordnungspunkte lauten:

"Information und Diskussion über die Möglichkeiten der künftigen Untersteinacher Wasserversorgung mit Teilnahme und Rederecht auch für zwei Vertreter des Vereins 'Interessengemeinschaft Kommunale Trinkwasser-versorgung in Bayern' (IKT)" sowie "Diskussion und Abstimmung über den Antrag, die beim vom Gemeinderat Untersteinach beschlossenen Ratsbegehren mit Ja oder Nein zu beantwortende Frage wie folgt zu formulieren:

"Sind Sie hinsichtlich der künftigen Wasserversorgung der Gemeinde Untersteinach für die Beibehaltung der gemeindeeigenen Wasserversorgung mit dem Tiefbrunnen Pressecklein und dem bereits vorhandenen Anschluss an die Fernwasserversorgung Oberfranken?"