Was wird wohl aus dem "Goldenen Anker"? Eine Frage, die sich viele nach dem Tod von Siegmund Pohl gestellt haben, der die traditionsreiche Gaststätte am Kasendorfer Marktplatz über Jahrzehnte mit seiner Frau Liesl betrieben hat. Dass Liesl Pohl das Wirtshaus, das mit Fremdenzimmern und einer Bundeskegelbahn ausgestattet ist, auch altersbedingt nicht mehr lange weiterführen kann, war bekannt.

Lösung bahnt sich an

Nun scheint sich eine Lösung anzubahnen, wie das ortsbildprägende Gebäudeensemble, das in Teilen denkmalgeschützt ist, erhalten und als Gastronomie- und Hotelbetrieb weitergeführt werden kann. Damit es zu keinem Leerstand kommt, ist der Markt Kasendorf bestrebt, "eine nachhaltige Lösung für die Zukunft und den Weiterbetrieb zu finden", stellt Bürgermeister Norbert Groß (CSU) fest. Wie er mitteilt, laufen derzeit bereits Prüfungen und Vorarbeiten, um die Fördermöglichkeiten eines Kaufs des gesamten Areals und der notwendigen Sanierung der Gebäude durch den Markt Kasendorf auszuloten.

In die Planungen einbezogen

Dass der "Goldene Anker" weiterbetrieben werden soll, das hatte sich Liesl Pohl auch im Gespräch mit unserer Zeitung gewünscht. Und sie ist nun wie Bürgermeister Norbert Groß froh, dass auch ein künftiger Betreiber schon gefunden wurde: die Himmelkroner "Frankenfarm", deren Geschäftsführer Jürgen Stübinger seine große Erfahrung in der Gastronomie einfließen lassen soll. Dieser ist bereits mit in die Planungen einbezogen.

"Wäre Gewinn für Kasendorf"

"Wenn es uns letztlich gelingt, den ,Goldenen Anker' als Hotel und Gasthof im Zentrum Kasendorfs zu sanieren und zu modernisieren, bringt dies einen enormen und unbezahlbaren Mehrwert für unseren Mark", betont Norbert Groß und führt an: "Die ,Frankenfarm' als regionaler und erfahrener Betreiber ist die perfekte Lösung, um den Markt Kasendorf nachhaltig in der Region zu stärken, so dass auch Geschäfte und Betriebe in Kasendorf davon profitieren können."

Hilft der Staat?

Die Kosten für eine Komplett-Sanierung lägen wohl im Millionenbereich. Es sei ein Projekt, das man nur mit staatlicher Förderung stemmen könne. Groß hofft, "dass trotz der Corona-Problematik der Markt nach der offiziellen Förderanfrage nun zeitnah Gespräche mit den zuständigen Stellen bei der Regierung von Oberfranken und dem Denkmalschutz führen kann". Ziel sei es, "dem Gemeinderat baldmöglichst einen Lösungsvorschlag zur Beschlussfassung vorlegen zu können".

Die "Frankenfarm" sieht, wie Jürgen Stübinger betont, am Standort Kasendorf großes Potenzial. Am Eingang zur Fränkischen Schweiz locke der Markt nicht nur viele Touristen. Ein Hotel- und Gastronomiebetrieb würde auch den großen ortsansässigen Unternehmen eine Übernachtungsmöglichkeit für Gäste bieten.