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Manege frei für die Kinder


Autor: Ursula Prawitz

Mainleus, Dienstag, 06. August 2019

Mehr als 90 Kinder vergnügten sich beim 21. Kindermitmachzirkus "Bambino" der evangelischen Jugend in der Mainleuser Sommerhalle.
Bei der Gala des Mitmachzirkus zeigten die Kinder, was sie gelernt haben. Uschi Prawitz


Es waren zwei Gruppen zu je 46 Kindern, die nacheinander jeweils dreieinhalb Tage lang in Zelten übernachteten und die Kunst des Jonglierens, der Clownerie, der Artistik oder des Zauberns erlernt haben. So berichtet es Hauptorganisator Diakon Stefan Ludwig. Rund 25 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter je Durchgang ergänzten das Zirkuspaket im Rahmen des Ferienprogramms.

Auch in diesem Jahr stand, wie schon in den vergangenen 21 Jahren, der Zirkuspädagoge Peter Hofmann federführend an der Spitze. Leider zum letzten Mal, wie es am Sonntag bei der Galavorstellung in der Sommerhalle hieß, denn der beliebte Jongleur, Zauberer und Kleinkünstler geht in Rente.

"Ich bin so glücklich", sagte er, "seit 1997 läuft der Mitmachzirkus in Mainleus, und ich bin dankbar, dass ich so lange mitmachen durfte." Von seinem Publikum bekäme man so viel, wie man hinein gebe - "von Kindern jedoch bekommt man noch mehr zurück." Die Kinder hätten auch in diesem Jahr geübt und seien dran geblieben, hätten einen langen Atem bewiesen.

"Man kann in kurzer Zeit viel erreichen, wenn man zusammen arbeitet", fand auch Stefan Ludwig. Für ihn ist der Kindermitmachzirkus auch ein Stück lebendige Kirche. "Es geht um die Gemeinschaft, das Team als Gruppe, das ist unsere Kernbotschaft." Da könne auch Mal was schief gehen, das gehöre dazu. "Die Kinder sind aber derart engagiert bei der Sache, dass sie sogar in ihrer Freispielzeit zu ihren Geräten gegriffen und fleißig geübt haben", sagte er.

Dass die Kinder begeistert bei der Sache waren, zeigten sie bei ihrer Galavorstellung. Akrobaten eröffneten die Show mit einer schwungvollen Bodenturneinlage, gefolgt von den lustigen Clowns und den "wilden Jonglieren", die ihre Fertigkeiten beim Jonglieren von Tüchern präsentierten. Die Zaubershow war beeindruckend. Die 9-jährige Romy etwa fügte in einer durchsichtigen Röhre Tücher magisch mit Knoten aneinander, und ihre 6-jährige Namensvetterin verwandelte gar Tücher in farbige Bälle. "Ich wollte schon immer zaubern", verriet die Ältere von beiden. Das schwierigste an den Tricks sei, sie so auszuführen, dass niemand etwas von dem Trick bemerkt.

Zum ersten Mal mit dem "Diabolo" arbeiteten Paul, Emilio und Anton während des Zirkuscamps. Die 10-Jährigen kennen sich aus dem Fußballverein und wollten sich gerne mal an dem Jonglagegerät ausprobieren - mit Erfolg. ",Das ‚Hexenhaus' war am schwersten zu erlernen", sagte Anton, "und die ‚Achterbahn'", ergänzte Paul. Alle drei waren sich einig, auch zu Hause mit dem Diabolo weiter zu üben. "Ich finde beides cool, Fußball und Diabolo", erklärte Emilio.

Viele Kinder, die beim Mitmachzirkus teilnehmen, sind viele Jahre lang dabei und finden sich später sogar als Betreuer der Gruppe wieder. "Das finden wir großartig", sagte Stefan Ludwig, der sich schon auf das nächste Jahr freut. Auch wenn es viel Arbeit macht, "das ist es wert." Im nächsten Jahr wird der Mitmachzirkus zum ersten Mal ohne Peter Hofmann stattfinden, aber Stefan Ludwig ist zuversichtlich. "Wer in Peters Fußstapfen treten wird, wird sich noch zeigen."