Auf Antrag von Simon Moritz (SPD) hatte sich der Stadtrat Ende November erneut mit der Situation der Honorarkräfte befasst und "nach intensiver Debatte deutlich über alle Fraktionen hinweg" beschlossen, die Honorarkräfte der städtischen Musikschule fest anzustellen. Laut Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) sollte eine Kommune Vorbildcharakter haben: "Wer für die Stadt arbeitet, soll fest angestellt sein."

Für die 13 Musiklehrer, die bislang auf Honorarbasis an der Musikschule arbeiteten, geht damit eine langwierige Zitterpartie zu Ende. "Ab Januar kann eine Festanstellung erfolgen. Ich freue mich sehr, dass sich der Stadtrat nach langen Jahren dazu entschlossen hat", sagte Harald Streit, Leiter der städtischen Musikschule.

Moritz: Längst überfällig

Bis vor 15 Jahren seien die Musiklehrer schon einmal fest angestellt gewesen, doch diese Regelung sei vom Stadtrat schrittweise aufgelöst wurden. "Alle nachfolgenden Musiklehrer durften nur noch Honorarverträge bekommen." Durch die Festanstellungen kehre nun wieder mehr Stabilität in den Schulbetrieb ein.

Längst überfällig war die Entscheidung für eine Festanstellung für Simon Moritz. "Die Honorarkräfte wurden ja bislang nur für ihre jeweilige Unterrichtsstunde bezahlt, alle zusätzlichen Leistungen wie die Betreuung bei Wettbewerben, die Organisation von Vorspielabenden, Konzerten oder Elternabenden haben sie in ihrer Freizeit geleistet." Es sei Zeit, dieses Engagement anzuerkennen.

"Das war die Nachricht des Jahres"

Stellvertretend für alle Musiklehrer nahmen Karsten Friedrich, Tanja Schaller und Ilona Ramming am Pressegespräch teil. "Das war die Nachricht des Jahres", freute sich Karsten Friedrich. "Wir haben schon länger dafür gekämpft, und jetzt in der Coronakrise standen wir als Honorarkräfte vor dem Nichts." Darüber hinaus habe man jetzt auch das Gefühl, dazuzugehören, es gebe nicht mehr diese Trennung zwischen Festangestellten und Honorarkräften. "Es beruhigt auch, einen unbefristeten Vertrag zu erhalten, bislang liefen die Honorarverträge immer nur bis Juli eines jeden Jahres", ergänzte Tanja Schaller.

Rund 550 Kinder und Jugendliche nutzen aktuell das Angebot der Musikschule, einige in Doppelbelegung. Die jährlichen Mehrkosten für die Stadt Kulmbach belaufen sich auf 86 000 Euro, wobei 30 000 Euro als Zuschuss vom Staat kommen.

"Eine Festanstellung ist kein Muss für eine Kommune, aber wir stehen zu unserer Musikschule und wollen so signalisieren, dass wir die Leistung und das Angebot schätzen und bewahren wollen", sagte OB Ingo Lehmann.