Kulmbacher Klimaprotest: Kirche muss sich mehr einmischen
Autor: Sonja Adam
Kulmbach, Montag, 23. Sept. 2019
Die Teilnehmer des Schöpfungs- Gottesdienstes in der Nikolaikirche verneigten sich vor den engagierten Jugendlichen.
"Du hast uns deine Welt geschenkt" - unter diesem Motto hatten die evangelische und katholische Kirche zu einem Schöpfungs-Gottesdienst der besonderen Art in die Nikolaikirche eingeladen. Die Teilnehmer ermahnten die Menschen, auf die Umwelt zu achten.
Jeder Mensch hinterlässt einen ökologischen Fußabdruck. In den westlichen Industrienationen ist dieser schon in den achtziger Jahren viel zu groß geworden. Er setzt sich aus den Lebensgewohnheiten in punkto Ernährung, Wohnen, Mobilität und Konsumverhalten zusammen und wird in "globalen Hektar" gemessen.
Der ökologische Fußabdruck
Wenn häufig Fleisch auf den Tisch kommt, dann erhöht sich der ökologische Fußabdruck. Das gleiche gilt für all diejenigen, die noch mit Öl heizen, viel fliegen oder selbst kurze Strecken mit dem Auto fahren.
Schon jetzt lebten die Menschen weltweit so, als stünden ihnen mindestens 1,6 Erden zur Verfügung, sagte Pfarrer Traugott Burmann.
"Wir müssen uns fragen, wie wir diesen Fußabdruck verringern können", mahnte die Klimaschutzmanagerin Ingrid Flieger. In die Nikolaikirche führten riesige Fußspuren: Und auf jeder stand eine unbequeme Frage. "Nutzen sie die öffentlichen Nahverkehrsmittel?", "Essen Sie häufig Fisch?", "Verwenden Sie Plastiktüten?" "Trinken Sie Leitungswasser?" Anonym konnte jeder für sich seinen persönlichen Abdruck erstellen oder über die Lebensweise nachdenken. Und auch die Aktivisten ertappten sich bei der ein oder anderen Klimasünde.
"Ich bin viel unterwegs - und ich sehe noch immer Umgehungsstraßen, die gebaut werden, und riesige Baustellen. Mir blutet das Herz, wenn überall Natur vernichtet wird - und manchmal muss ich mich fragen, ob das wirklich sein muss", sagte Katrin Geyer.
"Die Verringerung des Flächenverbrauchs muss unser Ziel sein. Wir verbrauchen jeden Tag hundert Fußballfelder in Deutschland", erklärte Kreisrätin Anita Sack.