Kulmbacher Genüsse aus 1001 Nacht
Autor: Sonja Adam
Kulmbach, Sonntag, 16. Februar 2020
Syrische Frauen ließen in die Kochtöpfe blicken und weihten Neugierige im Kulmbacher Mupäz im Mönchshof in die Geheimnisse ihrer Heimat-Küche ein.
Junggesellinnen-Abschied mal anders: Theresa Schramm (27) nahm mit ihren acht Freundinnen am Kochkurs "Orientalische Küche" im Mupäz der Museen im Mönchshof teil "Meine Schwester hat das alles geplant", erzhlt sie. Gemeinsam kochen, plaudern und dazu noch neue Rezepte kennenlernen - das ist ein guter Start in die Ehe, sind sich alle sicher. Und ein Absturz mit Alkohol wäre für Theresa Schramm ohnehin nicht in Frage gekommen. Geheiratet wird im März auf Schloss Thurnau.
Gemeinsam mit Hanida Slibi, Einas Karim Eddin Hamida Mahmood, Muzna Kubreet und Fatima Mansour-Drak sowie weiteren Frauen aus Syrien, aus dem Iran oder aus dem Irak bereitet die Frauengruppe außergewöhnliche Gerichte zu. "Bei uns kochen wir mit vielen verschiedenen Gewürzen", sagt Sana Mustafa. Die Palette reicht von belegten Teigfladen (Lahmajeen) nach einem Rezept von Hamida Mahmood über Tabouleh bis hin zu süßen Blätterteigtaschen - Warbat genannt.
Einas Karim Eddin hat ein Rezept für gefüllte Artischocken mitgebracht. Die Artischocken werden mit Hackfleisch gefüllt. "Das ist ein Rezept, das eigentlich jeden Tag gemacht werden kann - nicht nur zu Festen", erklärt Einas Karim Eddin. Doch es gibt einige Tricks, damit die Zubereitung auch gelingt.
Denn die Aritschockenböden werden vorgegart, damit sie schön weich sind. Anschließend werden sie noch einige Minuten in Öl frittiert. Dann legt Einas Karim Eddin die Böden auf ein Backblech, füllt sie mit der Hackfleischmischung. Und reichlich Soße muss noch mit aufs Backblech.
An den anderen Kochstationen schnippeln die Frauen Petersilie. Kiloweise. Denn Petersilie wird nicht nur als Gewürz verwendet, sondern als Salat. Für das Tabouleh-Rezept von Hanida Slibi braucht man für sechs Personen 1,5 Kilogramm Petersilie. Wichtig ist, dass die Petersilie gründlich gewaschen und sehr fein geschnitten wird. "Das ist richtig viel Arbeit", kommentiert Bärbel Geyer. Doch die Frauen an der Tabouleh-Station werden nicht müde, die Mischung immer wieder durchzukneten. Die Salatsoße wird übrigens in Syrien nicht mit Essig zubereitet, sondern aus Öl, Zitronen, Pfeffer, Salz und Minze.
"Bei Geburtstagsfeiern, wenn viel Fleisch gegessen wird, muss man auf jeden Fall Tabouleh machen. Das gehört dazu - unbedingt", sagt Hanida Slibi.
Johannes Deichsel ist einer der wenigen Männer, die beim Kochkurs dabei sind. Die Damen erklären gerne alles. Auch bei ihnen zu Hause helfen die Männer oft mit, verraten sie.