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Kulmbacher feiern die ganze Nacht


Autor: Horst Wunner

Kulmbach, Freitag, 01. Januar 2016

In der Innenstadt wird draußen und drinnen Party gemacht bis zum Morgen.
Farbenspiele und Sternenregen - so wird das neue Jahr traditionell begrüßt.  Foto: Alexander Muck


Es ist genau Mitternacht, und die Innenstadt erwacht: Lichterbögen erhellen den Marktplatz, Detonationen ohne Pausen, fast eine halbe Stunde am Stück Sternenregen und zischende Farbenspiele am Himmel. Die Kulmbacher und ihre Gäste feiern heftig und ausgelassen Silvester - so, als gäbe es kein Morgen. Umarmungen, Küsse, ganze Wunschkataloge werden offenbart.

Hasan Karabacak aus Kulmbach, hier geboren, die Eltern stammen aus Südostanatolien nahe der syrischen Grenze, ist mit dem Neffen Umut unterwegs. Der 31-jährige Fahrzeugbauer ist glücklich wegen seiner gerade mal fünf Wochen alten Tochter: "Ich hoffe, dass sie eine sorglose Zukunft hat." Er lobt die Kulmbacher als freundliche und offene Menschen. Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen, hält er für wichtig. Er kenne die schwierige Situation in den Krisengebieten.


"Wunschlos zufrieden"

Bei der Frage nach ihren Erwartungen für 2016 gibt sich die Kulmbacher Friseurin Nina Täuber ganz cool: "Ich bin wunschlos zufrieden, das sage ich nicht wegen der paar Ouzo, die ich gerade gekippt habe", sagt sie und lacht. Sie sei bereit für alles, was auf sie zukommt. "Ich bin eine kämpferische Natur und habe eine positive Einstellung."

John von Gruben sitzt mit seinen Verwandten im Restaurant "Alla Rustica" und genießt italienisches Essen. Der Mann aus St. Louis im US-Bundesstaat Missouri verbringt mit seiner Frau Anna, geborene Müggenburg, den Jahreswechsel in Kulmbach. "Ich denke gerade an die Menschen in meiner Heimatstadt am Mississippi und wünsche, dass das Hochwasser zurückgeht", sagte er.

Vier Mädels stehen vor dem "Ratskeller" und lassen Raketen in die Luft steigen. Christina, Christine, Angeline, alle aus Kulmbach, und eine Freundin aus Weismain, kennen sich von der FOS. Ein guter Schulabschluss und später ein erfolgreicher Berufseinstieg haben bei ihnen Vorrang. Doch auch das Elend in der Welt berührt sie. "Hoffentlich wird das 2016 weniger", wünschen sie sich.


Feierbiester in der "Feuerwache"

In der "Alten Feuerwache" geht die Post ab - Feierbiester, wohin das Auge schaut. "Wir sind ausgebucht, bei uns kannst du ja noch zu Live-Musik tanzen", sagt Geschäftsführer Otto Krug. Viele Gäste hätten schon für nächstes Jahr reserviert.

In der Innenstadt wird bis zum Morgen gefeiert. Die "Feuerwache" schließt um 3 Uhr, im "Casablanca", wo sich viele ehemalige MGF-Schüler treffen, geht's bis 4.44 Uhr, und im "Liquid" neben der Stadthalle kann man bei Smooth Music und Cocktails bis 5 Uhr ausharren.