Kulmbach: Zwei junge Männer nachen lange Finger aus Langeweile

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Manchmal kann auch Justitia nur den Kopf schütteln, wie jetzt in der Verhandlung gegen zwei junge Männer vor dem Kulmbacher Amtsgericht. Symbolfoto: Archiv
Manchmal kann auch Justitia nur den Kopf schütteln, wie jetzt in der Verhandlung gegen zwei junge Männer vor dem Kulmbacher Amtsgericht. Symbolfoto: Archiv

Zwei junge Männer gingen vor Weihnachten in der Kulmbacher Innenstadt auf Beutezug. Außerdem versprühten sie einen Feuerlöscher.

Kurz vor Weihnachten hatten zwei junge Männer in Kulmbach für jede Menge Ärger gesorgt. Aus purer Langeweile gingen sie in der Innenstadt auf "Beutezug" und beschädigten mehrere Autos. Jetzt mussten sich die beiden, ein 19-Jähriger aus Hof und ein 18-Jähriger, der inzwischen in den Landkreis Pfaffenhofen verzogen ist, vor Gericht verantworten.

Die jungen Männer montierten in der Nacht zum 20. Dezember innerhalb weniger Stunden von rund einem Dutzend Autos die Embleme ab. Die Marke war ihnen egal, das Vorgehen immer gleich.


Kennzeichen versenkt


Der 18-Jährige spendete mit dem Smartphone Licht, der 19-Jährige hebelte die Markenembleme aus den Halterungen. Bei vielen Fahrzeugen entstanden dabei Kratzer. Allerdings war der Beutezug damit noch nicht beendet. In der Nacht zum 23. Dezember schraubten die beiden Angeklagten die Kennzeichen eines Audis A 4 ab und versenkten sie in der Flutmulde. Sie knickten zudem den Scheibenwischer und zerkratzten die gesamte rechte Seite des Autos. Der Grund für dieses Verhalten, das zu einem Schaden von 3000 Euro führte, war offenbar ein Streit zwischen dem 18-Jährigen und dem Besitzer des Audi.

Der Vandalen-Zug durch Kulmbach ging in der Nacht vor Heiligabend weiter. Die Jugendlichen traten in der Blaich sechs Zaunlatten kaputt.


Falschen Notruf abgesetzt


Am ersten Feiertag versprühten sie im Kaufplatz-Parkhaus aus Langeweile Feuerlöscher und beschädigten dabei Fensterscheiben und Leuchtröhren. Sie ließen auch dann nicht ab, als ihnen ein Platzverweis angedroht wurde. Letzte Station war das Parkhaus Basteigasse. Dort betätigte der 19-Jährige den Notruf und löste falschen Alarm aus.

Als Staatsantwalt Holger Gebhardt die beiden jungen Männer mit den Taten konfrontierte, räumten diese alles ein. "Das war eine Riesen-Dummheit. Das war nicht richtig", sagte der 19-Jährige. Sein Verhalten vor Gericht allerdings ließ zu wünschen übrig. Ein Kontakt mit dem Jugendamt und mit dem Pflichtverteidiger Andreas Piel war im Vorfeld der Verhandlung nicht zustande gekommen. Zum Gerichtstermin erschien er zudem mit einer Stunde Verspätung.

Richter Christoph Berner hatte zu diesem Zeitpunkt bereits das Verfahren gegen die beiden n getrennt. Als der 19-Jährige dann doch noch erschien, wurde der Pflichtverteidiger zurückbeordert, die Verfahren mussten formell wieder verbunden werden.

Der 19-Jährige stand bereits wegen Diebstahls in vier Fällen sowie Hausfriedensbruch und Bedrohung vor Gericht. Erst im Mai hat er einen Ungehorsamkeitsarrest abgesessen, offenbar mit wenig Erfolg. Denn noch immer sind 62 Stunden gemeinnützige Arbeit offen. Das Schöffengericht bezog deshalb die noch offene Strafe in das Urteil mit ein.


Drei Jahre Bewährung

Der 19-Jährige erhielt eine Jugendstrafe von einem Jahr, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung. Außerdem muss er jede Tätigkeit, die ihm die Agentur für Arbeit vermittelt, annehmen und sich bei einem Bewährungshelfer melden. Zudem muss er 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.
Milder fiel das Urteil gegen den 18-Jährigen aus. "Das war ein Jugendblödsinn. Ich bereue es, dass ich Scheiße gebaut habe", sagte er. Er kam mit drei Wochen Dauerarrest und 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit davon.