Wer aus Mainleus nach Kulmbach fährt, dem sticht es sofort ins Auge: An der Weinbrücke tut sich was. Die Traditionsgaststätte ist eingerüstet, dort wird umfangreich saniert. Innen ist schon vieles hergerichtet, sind altehrwürdige Sandsteinmauern freigelegt worden und künden von der traditionsreichen Geschichte des Gebäudes. Die Gastwirtschaft mit angeschlossenem Hotelbetrieb hat die Mainleus Invest Ende 2020 gekauft und lässt sie mit ihrem Team umfassend sanieren - während des laufenden Betriebs. Was große Herausforderungen an die Pächter, die Gastwirte Jörg Höpfner und Jürg Felbermeier, stellt. Seit 2018 sind sie dort für das Wohl der Gäste verantwortlich. Die Sanierung der Traditionsgaststätte ist aber nur der erste Schritt in einem großen Plan für das ganze dortige Areal.

Wie Chronisten berichten, hat die Geschichte des Gasthauses "Zur Weinbrücke" wohl schon im 18. Jahrhundert begonnen. Der Standort als Wirtshaus war gut gewählt, lag das Gebäude doch an einer bedeutenden Handelsstraße und wichtigen Zufahrt nach Kulmbach - so wie es heute noch ist. Es ist genau diese Lage, in der der Geschäftsführer der Mainleus Invest, Sebastian Türk, großes Potenzial sieht - das er erschließen will. Und dazu zählt nicht nur die Gaststätte.

Die Mainleus Invest hat inzwischen auch das benachbarte Anwesen "Weinbrücke 1" erworben. Dabei handelt es sich um einen Bauernhof mit Scheune. Dort soll nach den Worten von Türk eine Veranstaltungslocation, eine Fest- und Feierscheune entstehen. Dabei würden sich Synergien automatisch ergeben: "Die Gäste können dann im benachbarten Hotel übernachten." Auch im ehemaligen Bauernhaus sind Übernachtungsmöglichkeiten geplant.

Hinter Gaststätte und Bauernhof befindet sich noch ein unbebauter Hang, für den Türk ebenfalls schon eine Nutzung vorschwebt. Was genau, das will er noch nicht verraten. Nur soviel: Langfristig soll der ganze Straßenzug entwickelt werden, "da hat dann nicht nur Burghaig etwas davon", ist der 34-Jährige überzeugt.

Bis alles fertig ist, werden aber noch Jahre ins Land ziehen. "Ziel ist es zunächst, bis Ende 2022 die Sanierung von Gaststätte und Hotel abzuschließen", gibt Türk den Zeitplan vor. Dann gehe es Schritt für Schritt weiter. Dass sich die Investitionen in Millionenhöhe lohnen, daran hat er keinen Zweifel. "Es ist von der Lage her ein Top-Objekt und das Gebäude, was jeder als erstes von Kulmbach wahrnimmt, wenn er aus Richtung Lichtenfels in die Stadt fährt."

Dass Geduld bei solchen Projekten notwendig ist, hat sich bereits bei der Sanierung der Gaststätte gezeigt. Ursprünglich nur als Renovierung gestartet, wurde eine Vollsanierung mit kompletter Entkernung des Gebäudes daraus.

Auch wenn es mit vielen Herausforderungen für sie verbunden ist, den Betrieb während der Sanierung am Laufen zu halten ("Manchmal ein Kraftakt") , so sprechen die Pächter Jörg Höpfner und Jürg Felbermeier von einem Glücksfall. "Wer so viel Geld in die Hand nimmt, der plant langfristig", freuen sie sich über das Engagement der Mainleus Invest. Deshalb ist es für sie keine Frage, stets flexibel zu bleiben und sich den Bauabschnitten anzupassen. "Ich weiß gar nicht, wie oft wir alles von A nach B geräumt haben", erzählt Jörg Höpfner. Staubwände seien eingezogen worden, ständig werde geputzt. "Ich freue mich natürlich, dass die Gäste das alles mitgemacht und uns in dieser Zeit die Treue gehalten haben." Eine der größten Umbaumaßnahmen, der Neubau der Küche, sei während des Corona-Lockdowns erfolgt.

Selbst wenn schon vieles in den Innenräumen fertig ist, so sind dennoch noch ein paar Überraschungen geplant: wie ein stimmungsvoll beleuchteter Bierkeller. Im Außenbereich sollen einmal Weinreben gepflanzt werden, die dem Gasthaus einst den Namen gaben: "Zur Weinbrücke".