Kreis Kulmbach: Oberfranke bei Show "Arctic Warrior" - Überleben bei bis zu minus 30 Grad
Autor: Isabel Schaffner
LKR Kulmbach, Dienstag, 02. Mai 2023
Aktuell läuft eine Survival-Show auf Youtube. Bei "Arctic Warrior" müssen Zweierteams Challenges bei Eiseskälte überwinden. Mit dabei ist Manuel Richter aus dem Landkreis Kulmbach.
- Ex-Soldat aus Landkreis Kulmbach bei Show "Arctic Warrior" dabei
- "Kleinigkeiten können sehr schlimm enden": Manuel Richter hat Respekt vor Arktis
- 1500 Kalorien für fünf Tage - Ausnahmesituation "im Defizit"
- "War einfach wunderschön" - 34-Jähriger von Landschaft beeindruckt
Manuel Richter aus dem Landkreis Kulmbach war im Februar 2023 Teil der Survival-Show "Arctic Warrior", die derzeit folgenweise auf Youtube zu sehen ist. Acht Zweierteams kämpfen sich hierbei vier Nächte und fünf Tage lang durch die Eislandschaft Finnlands und kommen teils an ihre Grenzen. "Die Arktis ist eine der gefährlichsten Klimazonen", sagt der 34-Jährige im Gespräch mit inFranken.de. Eisbäder und stundenlange Wanderungen gehörten zu den Prüfungen.
"Ich kann laufen, ich kann beißen": 34-Jähriger aus Landkreis Kulmbach als Kandidat für "Arctic Warrior" gewählt
Der Reserveoffizier Ottogerd Karasch ("Otto Bulletproof") gewann im vergangenen Jahr beim Youtube-Format "7 vs. Wild" und ist inzwischen Gründer einer eigenen Show. Das Konzept: Acht Teams müssen während der fünf Tage täglich mindestens acht Kilometer marschieren und eine Challenge absolvieren. Dabei sammeln sie Punkte, um am Ende "Arctic Warrior 2023" zu werden.
Video:
Jedes Team besteht aus einem Laien und einem Survival-Profi. Richter habe an einem Bewerbungsverfahren mit einem Video teilgenommen und sich ursprünglich als Laie angeboten. Er habe von 2019 bis 2022 bei den Heeresaufklärern gedient, "sehr viele Märsche mit sehr viel Gepäck" absolviert. Dazu gehörten auch Nachtorientierungsmärsche, stellt sich Richter hier vor, der als "Buschwerker" einen Outdoor- und Survival-Kanal betreibt. "Ich kann laufen, ich kann beißen, ich habe kein Problem, wenn's mal wehtut, kalt oder nass ist", spricht er weiter und zeigt sich in Armeekleidung im verschneiten Wald und schlammigen Wasser.
Diese Bewerbung habe Karasch so überzeugt, dass er Richter zum Profi ernannt habe, erfährt inFranken.de im Gespräch. Großen Respekt habe er vor den lebensbedrohlichen Verhältnissen in der Arktis gehabt: "Kleinigkeiten können dort auch mal sehr schnell sehr schlimm enden. Wir reden da vom Verlust von Körperteilen oder des Lebens." Entsprechend habe er sich darauf auch mit theoretischem Wissen vorbereitet. Im Vorfeld der Show-Aufzeichnungen hätten die Kandidat*innen zudem eine Ausbildung erhalten.
Kandidatin muss Show nach Zusammenbruch verlassen - Show weist auf "fast durchgehende Ausnahmesituation" hin
Die etwa acht Stunden Wanderungen stellen einen Großteil der Herausforderungen dar. "Es ist unfassbar anstrengend, durch diesen Tiefschnee zu waten. Wir hatten über hüfthohen Schnee", erinnert sich der Content Creator. Mit den Skiern sei man zwar nicht ganz so tief eingedrungen, doch es habe sich permanent wie Treppensteigen angefühlt. "Das zehrt schon ganz schön an den Kräften. Das Gemeine: Immer, wenn aus dem Essenspaket mit insgesamt 1500 Kalorien für die ganze Zeit etwas entnommen wird, folgen Minuspunkte.
"Ein durchschnittlicher Erwachsener braucht in dieser Klimazone 3000 bis 5000 Kalorien pro Tag, das heißt, man ist dann stark im Defizit." Demnach sei es darum gegangen, sehr aufmerksam auf seinen Körper zu achten und diesen schlicht "funktionsfähig zu halten". Einen "Intelligenztest" nennt er die Ernährung. Bei Temperaturen bis zu minus 30 Grad habe die Ausrüstung für Spezialkräfte sehr geholfen, fügt der Vater dreier Kinder hinzu.