Bäckerei-Busse, die Bewohner kleinerer Orte mit Brot und Brötchen versorgen, die gibt es bei uns längst. Auch einen Sparkassen-Bus haben wir, der nach der Schließung kleiner Filialen zumindest noch Bargeld und Beratung in die jetzt sparkassenlosen Dörfer bringt. Und den Bürgerbus natürlich, der all die, die nicht mobil sind und keine Möglichkeit mehr haben, in ihrem Dorf einzukaufen, vor die Einkaufsmärkte in Nachbarorten fährt.

Notlösungen

In einer Zeit, in der High-Tech immer mehr das Leben bestimmt, entwickelt sich, so scheint es mir, das flache Land zurück. Dort, wo es nichts mehr gibt, werden vielerorts Notlösungen geboren. Wozu das führen kann, zeigt ein Blick nach Hessen: Dort gibt es inzwischen nicht nur den Brötchen-, sondern auch einen Medizin-Bus - eine kleine Arztpraxis auf vier Rädern, die durch die Region rollt.

Mit EKG, Labor und Wartezimmer ausgestattet, macht der umgebaute Bus dort Station, wo es keine Hausarztpraxis mehr gibt, wo sich jetzt "Wander"-Arzt und Helferin um die Patienten kümmern. Es sei ein Mittel im Kampf gegen Landarztmangel, sagt die Kassenärztliche Vereinigung, die den Weg der Patienten zum Allgemeinarzt verkürzen will.

Auch bei uns?

Ich bin mal gespannt, ob neben dem Bäcker und der Sparkasse in naher Zukunft auch der Mediziner mit dem Bus durch den Landkreis Kulmbach rollen wird. Denn den Hausarztmangel gibt es ja nicht nur in Hessen, sondern auch bei uns.