Karrierestart in der Quarantäne
Autor: Romy Denk
Kulmbach, Montag, 14. Februar 2022
Wenn sich die gesamte Familie in Quarantäne befindet, droht bald ein Lagerkoller. Gut, wenn man kreative Kinder hat, die einem die Isolation mit ihrem Einfallsreichtum versüßen.
Das Coronavirus greift nach wie vor um sich und machte leider auch nicht vor uns Halt. Somit wurden wir zum Auskurieren einige Tage in Quarantäne geschickt. Nun haben wir das Glück, ein großes Haus mit großem Garten zu haben. Bringt einem allerdings sehr wenig, wenn alle derart flach liegen, dass die Couch in den letzten Tagen zum einzigen Aufenthaltsort geworden ist.
Der Einzige, der scheinbar Energie für uns drei in seinem kleinen Körper gespeichert hatte, war der Bub. Und dank der Wintersport-Olympiade, die das einzig sinnvolle Quarantäne-Fernsehprogramm darstellte, hat er den Anreiz gefunden, tagtäglich seine sportliche Karriere als Skispringweltmeister zu fokussieren und an seinem Talent zu arbeiten:
Stilecht bekleidet mit Sonnenbrille, Skihandschuhen, Ellenbogen- und Knieschoner und selbstverständlich Bommelmütze hat er das Wohnzimmer zur Skisprungschanze umfunktioniert und lautstark verkündet, wenn "Deutschlaaand" einen neuen Rekord aufgestellt hat. Nachdem dieser nicht mehr zu toppen war, wurde die Wohnstube zum Fußballstadion umfunktioniert, der Hund zur gegnerischen Mannschaft erklärt und anschließend um den Fußballpokal gespielt. Ob wir bei dem Aktivitätslevel unseres Nachwuchses die Ruhe fanden, das Virus auszukurieren? Es war nicht so leicht. Aber zumindest hat er uns damit die Quarantäne versüßt und Mama und Papa vor dem Lagerkoller bewahrt. Und wer weiß, vielleicht wird er ja tatsächlich mal ein berühmter Skispringer, dessen Karriere im elterlichen Wohnzimmer ihren Anfang nahm.