Da kommt im Vater der Journalist durch, der sich an das Sprichwort eines englischen Verlegers erinnert. Der soll zu seinen Redakteuren gesagt haben: "Bevor sie ein Adjektiv verwenden, kommen Sie zu mir in den fünften Stock und fragen, ob es nötig ist."

Im Deutschen herrscht die Zwangsvorstellung, wirklich jedes Hauptwort brauche zwingend eine Eigenschaft vorangestellt. So kam es in Werbestrategenkreisen zu den "wohnlichen Farben". Solch Schindluder lässt sich leider auch mit der Steigerung treiben. "Bayerns meiste Musik" wird da im Radio gespielt. Immerhin besser, als von der "am meisten gespieltesten Musik" zu sprechen. Warum nicht gleich "die musiziöseste Musik"? Überhaupt dieses "ös": Ich lese von voluminösen Frisuren, bituminösen Untergründen, von skandalösen Zuständen in inzestiösen Diözesen. Überall Ösen. Wenn etwas -ös ist, kann es dann auch -esk sein? Ist kafkaesk und kafkaös das gleiche? Falls ja, dann scheue ich keine Öskapade und gründe burschikesk die Bläck Föesk.