In einem Jahr soll auf der Umgehung Untersteinach der Verkehr rollen
Autor: Sonja Adam
Untersteinach, Donnerstag, 26. Sept. 2019
Vertreter des Staatlichen Bauamts gaben in der Bürgerversammlung einen Sachstand zum Bau der Untersteinacher Ortsumgehung.
Bereits Ende 2020 soll die Ortsumfahrung Untersteinach so weit fertiggestellt sein, dass der Verkehr über die neue Trasse geführt werden kann. "Wir haben die Halbzeit überschritten", betonte Baudirektor Fritz Baumgärtel in der Bürgerversammlung. Mit seinem Stellvertreter Alexander Siller erläuterte er sachlich das Megaprojekt. Diese Sachlichkeit vermisste man dagegen bei einigen Wortbeiträgen.
Fünf der sechs Brücken sind schon gebaut
Fünf von sechs Brücken sind Baumgärtel zufolge bereits fertiggestellt. Derzeit liefen die Arbeiten an der großen Talbrücke. Zur Zeit würden die Pylonen bis zu 54 Meter tief im Untergrund verankert und mit Stahlseilen versehen. Die Grundkonstruktion sei aus Stahl. Ein Schweißroboter sei im Einsatz, aber zahlreiche Nähte müssten auch per Hand verschweißt werden. "Unser Ziel ist es, die Schweißarbeiten und die Seilkonstruktion noch in diesem Jahr fertigzubekommen." 2020 könne dann die Fahrbahn gebaut werden.
Die Experten gingen auch auf die aufwändige Befestigung des Untergrunds ein. Mithilfe sogenannter Stopfsäulen müsse dieser mit Schotter-Bindemittel stabilisiert werden. 1550 solcher Säulen seien nötig.
"Wir wollen keine Mondlandschaft"
Gemeinderat Thomas Rosenberger (UBG) betonte, dass die Untersteinacher "grüne Landschaften, keine Mondlandschaften haben wollten". Er bat, auf bienenfreundliche Bepflanzungen Rücksicht zu nehmen. "Sie bekommen eine klare Zusage", erklärte dazu der Baudirektor und bat um ein bisschen Geduld.
Bernhard Herrmann kommentierte die Ausführung süffisant: "Uns bleibt ja nichts anderes übrig als begeistert zu sein." Er schob aber sofort die Frage nach: "Wie viele Bäume sind eigentlich beseitigt worden. Stimmt die Zahl 3000 - und wo ist der Ausgleich?"
Wieviel wurde abgeholzt?
Der Baudirektor betonte, dass eine Fläche von 0,6 Hektar abgeholzt werden musste. "Wir bewegen uns im FFH-Gebiet, da gibt es strenge Grenzen." Schon während des Baus seien Ersatzpflanzungen vorgeschrieben. Diese würden auch getätigt. Im Anschluss an den Bau solle im Tal ein Auwald angepflanzt werden. Allerdings müsse man hierfür noch Grundstücke erwerben. Das Bauamt habe bereits Vogelnistkästen aufgehängt, um die abgeholzten Bäume entlang der Straße zu ersetzen. Außerdem seien bei der Mühlwegsiedlung Hecken gepflanzt worden.
Bürgermeister Volker Schmiechen (SPD) hielt seinen Sachvortrag zur Gemeindeentwicklung kurz. "Seit der letzten Bürgerversammlung hat sich sehr viel Positives bewegt. Der Gemeinderat hat es sich nicht immer leicht gemacht, es wurde viel diskutiert - auch kontrovers." Dennoch habe mal viele Dinge einstimmig auf den Weg gebracht.