Vor wenigen Tagen hat sich an dieser Stelle mein Kollege Alexander Müller über radelnde Rüpel geärgert. Nicht schön, wenn man auf Typen trifft, die glauben, dass jeder Weg und jede Straße nur für sie allein da sind!

Doch es gibt glücklicherweise auch noch die anderen, die entspannten Radler, die eine schöne Tour machen wollen, das Leben und die Landschaft genießen. Zwei von dieser Sorte bremsen an Pfingsten vor unserem Haus, als sie mich im Garten erspähen: "Sind wir hier auf dem richtigen Weg?"

Gute Frage. Eine für Philosophen. "Kommt drauf an, wo Sie hinwollen", antworte ich.

Das ältere Ehepaar lacht und wird genauer: "Nach Bamberg!" Da kann ich helfen: Die beiden sind absolut richtig. Wo sie aber nun schon so dastehen, schauen sie sich ein wenig um: Eilig haben sie es nicht. "Die Kletterrose duftet ja wunderbar, und erst der Holunder! Wir machen aus den Blüten immer Gelee. Und Sie?" - "Sirup, Hollersekt, Likör", gebe ich Auskunft. Likör? Das interessiert die beiden. "Und das schmeckt?!"

Reden ist Silber, probieren ist Gold. Ich hole schnell die letzte Flasche vom Vorjahr und drei Gläser. Prost! Wir sind ja in Kulmbach nicht umsonst die Genussregion!

Flugs hat der Mann von Welt Zettel und Stift in der Hand, um sich das Rezept zu notieren. Der Abschied ist herzlich, beschwingt geht es für die Radreisenden weiter mainabwärts - geografisch und menschlich immer auf dem richtigen Weg.