Heiratsschwindler erleichtert Frau aus dem Kreis Kulmbach um 16 000 Euro
Autor: Redaktion
Stadtsteinach, Donnerstag, 01. Oktober 2020
Eine 30-Jährige aus dem Landkreis Kulmbach ist auf einen Heiratsschwindler hereingefallen. Zu spät merkte sie, dass etwas nicht in Ordnung war.
Um stolze 16 000 Euro hat ein Internetbetrüger eine 30-jährige Frau aus dem Landkreis Kulmbach erleichtert. Trotz mehrerer Geldüberweisungen an den vermeintlichen Heiratskandidaten fand keine Hochzeit statt.
Araber aus reichem Haus
Über das Internet hatte die 30-Jährige den Mann im Frühjahr kennen. Dieser gab vor, aus reichem Haus in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu stammen. Über Wochen hinweg hielt der Unbekannte über einen Messenger-Dienst Kontakt zu der Frau.
Durch geschickte Beeinflussung brachte sie der Internetbetrüger dazu, innerhalb weniger Wochen 16 000 Euro auf ein ausländisches Konto zu überweisen. 6000 Euro sollten zum Erwerb einer "Immigrationcard" für einen dauerhaften Aufenthalt in den Emiraten dienen.
Für die anstehenden Hochzeitsvorbereitungen forderte der Heiratsschwindler weitere 10 000 Euro. Bedenken kamen der 30-Jährigen erst, als der "Zukünftige" 3600 Euro in einer Kryptowährung für Zollgebühren einforderte. Die Frau verweigerte eine weitere Zahlung und wandte sich an die Polizei in Stadtsteinach.
Kripo ermittelt
Dort klärten sie die Beamten über die Betrugsmasche des "Romance-Scammings" auf. Die Betrugsspezialisten der Bayreuther Kripo übernahmen die weiteren Ermittlungen. Auf dem finanziellen Schaden wird die Frau wohl sitzen bleiben.
Leider handelt es sich laut Polizei hiebei um keinen Einzelfall. "Immer wieder versuchen Betrüger mit dieser oder ähnlichen Maschen an das Geld ihrer Opfer zu gelangen", so die Polizei. Die Dunkelziffer in diesem Deliktsbereich sei hoch, denn: "Viele Betrugsopfer scheuen sich aus Scham davor, Anzeige zu erstatten."
Tipps der Polizei
Aus diesem Anlass gibt die Polizei folgende Ratschläge:
Brechen Sie sofort jeglichen Kontakt ab.
Nehmen Sie keine Anrufe oder Nachrichten mehr entgegen beziehungsweise gehen Sie nicht mehr auf diese ein.
Sichern Sie Ihre E-Mails und Chat-Texte als Beweis.
Überweisen Sie Personen, die Sie nie persönlich kennengelernt haben, kein Geld.
Erstatten Sie zeitnah Strafanzeige bei der Polizei.