Rund 20 Schafe und Ziegen verursachen im Raum Großenhül erhebliche Schäden. Bis zum Wochenende soll entschieden werden, ob sie abgeschossen werden.
Das Bild zeigt eine ländliche Idylle: Inmitten von Wald und Wiesen grasen Schafe, frei, ohne Zaun. Von Schäfer oder Hütehund keine Spur. Scheinbar herrenlos zieht die Herde umher.
Die Tiere sehen wohlgenährt aus und gesund. Doch nicht jeder kann sich über ihren Anblick freuen. Landwirt Erwin Dörnhöfer aus Sanspareil muss zusehen, wie die Schafe das Kleegras fressen, das eigentlich für seine Kühe bestimmt ist. "Falls unser Futter nicht reicht, müssten wir welches zukaufen", sagt er.
Wochenlang nichts passiert
Während das Berufsleben vieler Menschen derzeit stark eingeschränkt ist, geht der Alltag der Landwirte größtenteils weiter wie bisher. Neben den im Frühjahr anfallenden Feldarbeiten muss vor allem das Vieh versorgt werden.
Bereits mehrmals, so Dörnhöfer, habe er den Eigentümer angesprochen und ihn gebeten, seine Tiere abzuholen. Jedes Mal habe dieser ihm versichert, er werde sich darum kümmern. Passiert sei aber wochenlang nichts, so Dörnhöfer.
Auch auf Nachfrage der Redaktion versprach der Eigentümer, dass er seine Schafe innerhalb von drei Tagen in einen Pferch treiben und abtransportieren wolle, ebenfalls ohne Resultat. Auf erneute Nachfrage erklärte er, das Vorhaben sei gescheitert, da ein Spaziergänger die Schafe verschreckt habe.
Gemischte Gefühle
Die kleine Herde mit den rund 20 Schafen und Ziegen ist vielen Einheimischen bereits bekannt. Es heißt, die Tiere wandern schon seit zwei Jahren immer wieder umher, fressen Wiesen und Felder ab oder schälen die Rinde von Obstbäumen.