Gas, Wasser, Kanal: Im Kulmbacher Stadtteil Ziegelhütten wird ab sofort gebaut
Autor: Katrin Geyer
Ziegelhütten, Donnerstag, 19. April 2018
In den nächsten Wochen werden im Kulmbacher Stadtteil Ziegelhütten Gas- und Wasserleitungen und Kanalrohre saniert. Es kommt deshalb zu Behinderungen.
Wenn irgendwo auf einer Straße plötzlich ein Stück Boden wegsackt, dann schrillen bei den Mitarbeitern der Kulmbacher Stadtwerke sämtliche Alarmglocken. Die Ursache sind meist Ausspülungen im Untergrund, hervorgerufen durch einen defekten Kanal.
Gleich zweimal ist das im letzten halben Jahr in der Lorenz-Sandler-Straße passiert. "Gefahr im Verzug" befand man bei den Stadtwerken und hat entschieden, den Kanal im Teilstück der Lorenz-Sandler-Straße zwischen der Ziegelhüttener Straße und der Einmündung der Rosenkrantz-Straße noch in diesem Jahr auszutauschen. Gebaut wird auch unmittelbar nebenan in der Ferdinand-Brandt-Straße. Hier erneuern die Stadtwerke die Gas- und Wasserleitung.
Über Details zu beiden Maßnahmen informierten die Stadtwerke-Chefs Stephan Pröschold und Oliver Voß am Donnerstag bei einem Ortstermin. Dabei warben sie auch um Verständnis dafür, dass es wegen der Bauarbeiten zu einer Reihe von Verkehrsbehinderungen kommen wird.
Rund 300 000 Euro investieren die Stadtwerke in der Ferdinand-Brandt-Straße. Auf etwa 270 Meter Länge werden hier die Gas- und Wasserrohre erneuert. Die ersten Baugruben sind bereits ausgehoben und auch am Fußweg, der die Ferdinand-Brandt-Straße mit der Ziegelhüttener Straße verbindet, wird gearbeitet: Dieser Weg soll verbreitert, für die Dauer der Bauarbeiten als Bau- und Behelfsstraße für die Anlieger genutzt werden und danach wieder zum Fußweg werden. Bis Ende Juni sollen die Arbeiten andauern. Die Straße muss dafür halbseitig gesperrt werden. "Die Anlieger werden ihre Grundstücke aber immer erreichen können und wir werden versuchen, die Behinderungen so gering wie möglich zu halten", verspricht Stephan Pröschold.
Unmittelbar im Anschluss werden ab Juli der Mischwasserkanal und die Wasserleitung in der Lorenz-Sandler-Straße erneuert. "Der Kanal stammt aus den fünfziger Jahren, ist weitgehend verbraucht und schadensanfällig", erläutert Pröschold dazu. Berechnungen hätten zudem ergeben, dass der Kanal in diesem Straßenteilstück nicht mehr ausreicht, um die anfallenden Wassermengen zu transportieren.
Der neue Kanal, der von der Einmündung der Ziegelhüttener Straße in die Saalfelder Straße bis hinauf zur Einmündung in die Rosenkrantz-Straße reicht, soll in Teilstücken gebaut werden. Rund 800 000 Euro wird das kosten. Und weil die Straße ohnehin schon aufgegraben wird, tauschen die Stadtwerke auch gleich die Wasserleitung mit aus, was mit weiteren 85 000 Euro zu Buche schlägt. Bis November wird die Lorenz-Sandler-Straße deshalb für den Durchgangsverkehr komplett gesperrt sein. Auch hier wird man versuchen, die Einschränkungen für die Anlieger so gering wie möglich zu halten.
Weil die Gefahr besteht, dass es in der Lorenz-Sandler-Straße zu weiteren Straßenabsenkungen oder Einbrüchen kommt, gilt dort ab sofort eine Tonnagenbegrenzung. Fahrzeuge, die schwerer sind als 3,5 Tonnen, dürfen dort nicht mehr fahren. Für alle anderen gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung. "Damit stellen wir sicher, dass es bei weiteren Einbrüchen schlimmstenfalls zu materiellen Schäden, nicht aber zu Personenschäden kommt", so Pröschold.
Auch der Stadtbus darf ab der kommenden Woche dort nicht mehr fahren. Deswegen wird ab Montag die Fahrtstrecke der Stadtbus-Linie 1 geändert, wie Petra Arnold vom Ordnungsamt erläuterte. Die grundsätzliche Linienführung bleibt, aber die Fahrtrichtung wird gedreht. Das führt dazu, dass die Haltestellen an der Einmündung der Ziegelhüttener Straße in die Bundesstraße 85, beim "Schweizerhof" und im Bereich der Einmündung der Rosenkrantz-Straße auf die jeweils gegenüberliegende Straßenseite verlegt werden. Die Haltestelle beim "Gründla" wird bis auf weiteres nur noch stündlich angefahren, die Abfahrtszeiten an den einzelnen Haltestellen verschieben sich leicht. "Die Fahrgäste finden alle wichtigen Informationen an den Haltestellen", so Petra Arnold. "Auch die Busfahrer haben Informationsblätter und Ausdrucke des geänderten Fahrplans dabei." Wer sich im Internet informieren will, kann dies im Internet auf der Stadtbus-Seite tun.