Vereinstreue scheint die Fußballer-Generation von heute immer weniger zu interessieren. Auch in dieser Sommerpause wird munter hin- und hergewechselt.
Früher hielten die Ehen wesentlich länger als heute. Noch intensiver war stets die Treue von Fußballfans zu ihren Lieblingsvereinen. Einmal Löwe, immer Löwe. Lebenslanges Leiden inbegriffen. Gilt auch für die Anhänger des fränkischen Traditionsvereins aus Nürnberg.
Einst hingen auch die Kicker noch an ihren Heimatvereinen. Frankfurts Karl-Heinz Körbel istdas Musterbeispiel. Der "treue Charly" kickte 602 Mal für Eintracht Frankfurt. Im Amateurbereich finden sich gar Spieler mit 1000 Partien für einen Verein.
Doch diese Typen sterben aus. Heutzutage sind nicht nur die Frisuren der Weltstars ein Vorbild für die Kreisklassen-Kicker. Auch deren Wanderlust. Da wechseln Spieler von der Landesliga überraschend in die zwei Klassen tiefere Kreisliga - und das im besten Fußballeralter.
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Oder ein Bayernliga-Stürmer geht in die Bezirksliga, ist dort Stammspieler, um kurz darauf in der Kreisklasse als Spielertrainer anzuheuern. Mit 27.
Andere wieder wechseln innerhalb der gleichen Klasse in nur zwei Jahren zum dritten Verein. Sicherlich alles aus rein sportlichen Gründen, Geld wird wohl keine Rolle gespielt haben. Fußballer auf der Walz, eine Generation der Heimatlosen entsteht.
Und wer bleibt? Natürlich die Fans. Solange keiner auf die Idee kommt, auch sie mit Kohle wegzulocken. Bei Sechzig- und Club-Fans aber sowieso sinnlos.