Einen Abend voller Mozart präsentierte das Kulmbacher Kammerorchester am Samstagabend in der Stadthalle. Nach dem Ausscheiden des früheren Dirigenten Horst Degelmann hatte der eine oder andere schon das Ende des Orchesters befürchtet. Doch nach Übernahme durch den neuen Dirigenten Thomas Grünke sind die Musiker motiviert wie eh und je. Das Konzert erscheint im Gegenteil außerordentlich frisch. Auch die Auswahl der Stücke selbst, die vergleichsweise leichte Musik von Mozart, sorgt für einen unterhaltsamen Abend.

Zur Auflockerung trägt außerdem Rüdiger Baumann in der Rolle des Antonio Salieri bei - eines Komponisten aus der Zeit Mozarts.
Er tritt zwischen den Stücken auf und zieht über seinen Kollegen sowie dessen Kompositionen "wie von einem trotzigen kleinen Jungen" her.

Mit der Kulmbacher Solistin Marion Schmid (Sopran) musiziert das Orchester Ausschnitte aus einigen der größten Mozart- Opern - eine wunderbare und ergreifende Vorstellung. Bei der Sinfonie Nr. 25 in g-Moll stellt das Orchester unter Beweis, dass es auch ohne Solisten auskommt - allein Antonio Salieri schimpft über die unreife Komposition. "Aber gespielt habt ihr nicht schlecht!" gibt er zu.

Orchester hat sich verjüngt

Der Altersdurchschnitt im Orchester ist dank einiger junger Neuzugänge deutlich gesunken, doch die Souveränität des Spiels hat darunter nicht gelitten. Um die Unterstützung für Nachwuchsmusiker zu untermauern, lassen Dirigent Thomas Grünke und das Orchester eine besonders junge Solistin sich mit ihrer Geige präsentieren: Lena Schäfer aus Mainleus ist gerade einmal 16 Jahre alt, doch sie spielt das Konzert für Violine und Orchester in G-Dur technisch einwandfrei und souverän. Selbst von Antonio Salieri gibt es dafür Anerkennung. Schließlich hatte Mozart bei der Uraufführung die Solostimme selbst gespielt, weil er es keinem anderen Geiger zugetraut hatte. Lena Schäfer, die seit elf Jahren Geige spielt und schon vielfältige Orchestererfahrung zum Beispiel im Jugendsymphonie-Orchester oder im vbw-Festivalorchester gesammelt hat, überzeugt auf ganzer Linie. Minutenlanger Applaus ist ihr sicher, ebenso wie zuvor Marion Schmid.

Doch nicht nur auf der Bühne ist der Altersdurchschnitt gesunken. Im Publikum das gleiche Bild. Ganze Gruppen Jugendlicher und junger Erwachsener sind gekommen. Bei einem klassischen Konzert ist das sicherlich nicht alltäglich und ein Grund mehr, dass sich das Orchester sicher sein kann, dass es auf dem richtigen Weg in eine erfolgreiche Zukunft ist.