Seit 2010 gibt es den Verein "Kulinarisches Erbe Bayern" als Zusammenschluss verschiedener Verbände aus dem Lebensmittelbereich. Wie Bäcker, Metzger, das Hotel-und Gaststättengewerbe (DEHOGA), die Genussregion Oberfranken und die Coburger Bratwurstbrater. Zusammen mehr als 1000 Betriebe.

Im Rahmen des Sommelier-Gipfels in Kulmbach traf man sich am Abend in der Kommunbräu, wo Chef Frank Stübinger Deftiges und Erlesenes nach früheren Rezepten, verziert mit ein klein bisschen Moderne, auftischte.

Gemeinsam mit den Gastwirten

Und genau das ist die Philosophie des Vereins, wie Geschäftsführer Wolfgang Filter erläuterte. "Wir wollen alte, traditionelle und regionale Speisen davor bewahren, in der Versenkung zu verschwinden, das Bewusstsein der Verbraucher schärfen und durch die Wirte Bewährtes erhalten, weit weg vom Industriellen".

Essen und trinken sei Kultur, da führe kein Weg vorbei. Und man sei ebenso auf internationaler Ebene tätig, derzeit in Frankreich, dazu komme demnächst noch Österreich. "Die typischen bayerischen Genüsse und unsere Esskultur sollen nach außen gebracht werden. Was bekannt wird, bleibt im Gedächtnis und auf der Speisekarte."

Filter leitete über zum Thema "Kulinarisches Erbe auf dem Teller", das als Pilotprojekt 2016 mit drei Wirten in Bayern startete. "Jetzt sind es 21 Gaststätten und Restaurants, die dieses Prädikat für sich beanspruchen können. Mit einem künftigen Signet wird das auch nach außen hin sichtbar. Als Orientierungshilfe für den Gast und den Verbraucher". Es gehe aufwärts, freute sich Filter.

Fast Vergessenes neu entdecken

Dazu Robin Ehrhardt, Projektmanager der Genussakakademie: "Die Aktion 'Kulinarisches Erbe auf dem Teller' läuft den gesamten Oktober mit einer extra Karte in den von einer Jury ausgewählten Häusern in ganz Bayern". Die Botschaft ist: Fast schon Vergessenes wieder zu entdecken. Regional gehören dazu "Hermann's Post-Hotel " in Wirsberg und die Kulmbacher Kommunbräu. Letztere zeigte den Gästen beim Abendessen, dass sie dieses Motto schon voll in der Praxis umsetzt, genau so wie die weiteren 20 Gasthöfe in Bayern. Die Brotsuppe, die gratinierten Kalbsbäckchen und das Bierkalb auf Wirsing schmeckten vorzüglich.

Kurz zuvor waren in den Museen im Mönchshof noch zwei neue Vereine gegründet worden: einer für die Gewürzsommeliers und der andere für die Käsesommeliers.