Druckartikel: Einen Expresso bitte, aber schnell!

Einen Expresso bitte, aber schnell!


Autor: Romy Denk

Kulmbach, Donnerstag, 29. Juli 2021

Wir Deutschen lieben Italien und noch mehr lieben wir das italienische Essen. Doch bei der Bestellung des selbigen gibt es so manche Hürden, die wir überwinden müssen.
Expresso oder Espresso? Wir Deutschen haben da so manche Sprachbarrieren, was die italienische Sprache betrifft. Symbolfoto: adobestock


Wenn beim Kellner zur Vorspeise Schiabatta, gefolgt von einer großen Portion Gnotschi und danach zur Verdauung ein Expresso bestellt wird, ja dann ist offensichtlich Urlaubszeit und somit Hochsaison der Deutschen in Bella Italia.

Wir neigen ja dazu die ewigen Fremdsprachenstreber zu sein und wollen vorbildmäßig im wohlverdienten Urlaub unsere Bestellung in der Landessprache aufgeben. Zeugt ja irgendwie auch von Respekt und Wertschätzung. Dass sich dabei regelmäßig die Fußnägel des Cameriere aufrollen, interessiert uns herzlich wenig.

Sind wir doch stolz wie Oskar, dass wir unseren Pino Gridscho und Latte Matschato wenig später genussvoll schlürfen können und er uns doch offensichtlich verstanden hat.

Dumm ist es nur, wenn die Fremdsprache derartige Tücken hat, dass es durchaus zu Verwirrungen und langen Gesichtern kommen kann.

Da steckt der Teufel oft im Detail. Nämlich dann, wenn wir ihn statt dem Pfirsichkompott (= Composta di pesche) in Form eines frisch gegrillten Seeteufels (= Pesce) auf dem Teller liegen haben. Da kann ein einziges "h" einen großen Unterschied bei den Geschmacksnerven machen. Schmecken wird der Fisch aber sicherlich dennoch.

Schnell bezahlen und mit einem freundlichen "Kratzie" und "Tschau" verabschieden. Und ob das Eis um die Ecke nun Schtraziatella oder Stratschatella ausgesprochen wird, ist doch gänzlich egal. Hauptsache Urlaub am Lago Matschore.