Ein bisschen aufgeregt sind die Kasendorfer Jugendlichen schon. Denn die Einweihung des Jugendtreffs am Marktplatz wirft ihre Schatten voraus. Die Einweihung wird nicht ganz so groß gefeiert wie in Nicht-Corona-Zeiten, denn die Anzahl der Gäste ist begrenzt. Doch auf dem Außengelände des Jugendzentrums sollen sich die anderen Kasendorfer Vereine mit Infoständen präsentieren und viele Ehrengäste haben sich angesagt.

Freizeit auf 145 Quadratmetern

Aktuell tätigen die Jugendlichen die letzten Arbeiten. Tische werden gerückt, Spiele in Regale gelegt - am Freitag soll alles perfekt sein. Insgesamt stehen den Jugendlichen künftig im Erdgeschoss 145 Quadratmeter zur Verfügung. Dort befindet sich im Eingangsbereich der Kickerautomat, der große Gruppenraum und die Küche. Im Obergeschoss sind noch zwei kleinere Zimmer untergebracht: ein Besprechungs- und Meetingzimmer und ein Billardzimmer. Außerdem gibt es kleinere Räume, die die Gemeinde nutzen möchte.

1,86 Millionen Euro

Bürgermeister Norbert Groß fällt ein Stein vom Herzen, dass das ambitionierte Projekt, das schon sein Vorgänger Bernd Steinhäuser geplant und vorbereitet hatte, realisiert werden konnte. "Wir haben insgesamt 1,86 Millionen Euro investiert. Doch es hat sich gelohnt. Das Gebäude ist ein Schmuckstück geworden", sagt Groß.

Auch Volkmar Schulze ist begeistert über die Räumlichkeiten: Der neue Jugendtreff liegt mitten im Ort, ist gut erreichbar für alle. "Das neue Jugendzentrum ist ein Geschenk", sagt Schulze, betont aber, dass der Umbau teurer war, als sich so mancher vorstellen hätte können. "Und die Fußgänger haben auch noch etwas von dem Umbau. Denn der Fußweg verläuft jetzt hinter dem Gebäude vorbei, das ist viel sicherer als an der Engstelle", so Schulze.

Nicht nur die "offiziellen Vertreter" sind vom Umbau begeistert, auch die Jugendlichen stimmen in den Jubel ein. Der Jugendsprecher des Marktes Kasendorf, Philipp Hacker, möchte den Jugendtreff zu einer Anlaufstelle für die Gemeinschaft machen. "Wir wollen nicht in Konkurrenz zu anderen Vereinen treten, sondern wir wollen einen offenen, überkonfessionellen Treff anbieten", sagt Hacker. Hacker erzählt, dass die Jugendlichen anfangs im "Schwarzen Roß" untergebracht waren, dann zogen sie in die Tankstelle um.

Geöffnet immer freitags ab 19.30 Uhr

"Jetzt haben wir endlich auch eine eigene Toilette", erklären die Jugendlichen pragmatisch. Noch tätigen sie die letzten Aufräumarbeiten. Und die Soundbar muss noch angeschlossen werden. Denn das Juz hat einen großen Fernseher zur Verfügung gestellt. Alles ist neu, alles ist schick. Jule Lorenz wird als FSJlerin vor Ort sein, freut sich schon auf ihr neues Tätigkeitsfeld. Natürlich kennt Jule den Jugendtreff schon als Teilnehmerin. Künftig soll das Jugendzentrum immer freitags ab 19.30 Uhr geöffnet sein - offiziell bis 22 Uhr. Doch manchmal bleiben die Jugendlichen auch länger. "Wir wollen möglichst viele junge Leute erreichen", sagt Laura Mestel, Vorsitzende des CVJM. Und je mehr Aktivitäten es gibt, desto eher werde sich wohl der "Spirit des Kasendorfer Jugendtreffs einstellen", sagt Philipp Hacker.

WLAN in allen Räumen

"Ich freue mich ja vor allem auf die Küche. Wir können mal Sandwiches oder Mini-Pizzas machen. Ich finde die Räumlichkeiten sind irgendwie größer, als man das von außen erwartet", sagt Hendrik Hermsdörfer. Und noch ein Plus hat das neue Jugendzentrum: WLAN in allen Räumen. "Wir finden alle, dass das Jugendzentrum richtig toll geworden ist", sagt Anton Schülein. Zur Eröffnung wird Pfarrer Stefan Lipfert natürlich auch eine Andacht halten. Denn schließlich wird im Jugendtreff auch kirchliche Jugendarbeit gemacht - allerdings auf niederschwellige Art.