Die Gedankenpolizei ist doch nicht fehlerfrei
Autor: Redaktion
Kulmbach, Mittwoch, 01. Februar 2017
Im Roman "1984" schreibt George Orwell von einer Gedankenpolizei, durch die der Mensch in Zukunft permanent überwacht und kontrolliert werden könne.
Es ist nur eine von vielen erschreckenden Parallelen, die man aus der Dystopie zur heutigen Zeit herstellen kann.
Beim sorglosen Scrollen durch Facebook taucht am Rand plötzlich eine Werbeanzeige des Pullovers auf, den man sich insgeheim seit Jahren wünscht. Da läuft einem schon eine kleine Gänsehaut über den Rücken. Das Netz weiß alles über uns, so sagt man.
Es gilt als offenes Geheimnis, dass die großen Internetkonzerne und sogenannten sozialen Netzwerke Daten und Informationen über das Sozial-, vor allem aber - da lukrativer - über unser Kaufverhalten sammeln. Skeptiker warnen davor, wie durchsichtig, berechenbar und manipulierbar man so werde.
Und trotzdem scheinen die hochkomplexen Methoden, die uns lesen wie Bücher, nicht fehlerfrei zu sein: Beim Stöbern auf der Internetseite eines großen Nachrichtenmagazins taucht neben vielen anderen Anzeigen für Herrenkleidung und Ratgebern à la "Wie werde ich am schnellsten Millionär?" eine ganz bemerkenswerte auf: "19 Dinge, die jede Mutter, die unterstützt entbunden hat, nachvollziehen kann." Nun bin ich weder weiblich, gebärfähig, noch stehe ich anderweitig mit diesem Thema in Verbindung. Und trotzdem ist es für mich eine willkommene Nachricht: Vielleicht bin ich zu komplex, um durchschaut zu werden? Oder die Methoden sind es für mich...