Druckartikel: Deutsches Sprachwirrwarr

Deutsches Sprachwirrwarr


Autor: Rebecca Vogt

Kulmbach, Freitag, 09. August 2019

Deutsche Sprache, schwere Sprache - da ist was dran.
Die deutsche Sprache will gelernt sein. Foto: Archiv/Frank May, dpa


Wenn Deutsch nicht praktischerweise meine Muttersprache wäre, würde ich es mir sicherlich zweimal überlegen, ob ich sie als Fremdsprache wirklich wählen würde. Ein Beispiel gefällig? Allein, was sich aus dem Verb "stellen" machen lässt, wenn man verschiedene Vorsilben verwendet, ist verrückt: umstellen, einstellen, ausstellen, verstellen, durchstellen, anstellen, (sich) querstellen, aufstellen, feststellen, zustellen, vorstellen, zusammenstellen, ... Sicher habe ich dabei noch gar nicht an alle verschiedenen Möglichkeiten gedacht. Fällt Ihnen vielleicht noch eine ein?

Mein Lieblingsbeispiel für die Launen der deutschen Sprache indes möchte ich Ihnen an dieser Stelle ebenfalls nicht vorenthalten: Es handelt sich um das unscheinbare Wörtchen "umfahren", das es auf den zweiten Blick ganz schön in sich hat. So kann man jemanden - abhängig von der Betonung - nämlich umfahren oder umfahren.

Je nachdem für welche der beiden Bedeutungen man sich entscheidet, steht dieser jemand am Ende noch (weil man umsichtig um ihn herumgefahren ist) oder liegt verletzt am Boden (weil man ihn über den Haufen gefahren hat). Ein kleiner Unterschied in der Betonung, ein großer in der Auswirkung.