Der Kulmbacher Stadtpark profitiert von Spenden
Autor: Erich Olbrich
Kulmbach, Donnerstag, 12. Sept. 2019
Den Rupperts-Brunnen im Stadtpark hat die Stadt Kulmbach einem noblen Bürger zu verdanken. Warum er das tat, lesen Sie hier.
Trinkwasser ist die Voraussetzung für das menschliche Überleben. In der gesamten Menschheitsgeschichte wurden Siedlungen in der Nähe von Wasserstellen errichtet. Der Name der Stadt Kulmbach leitet sich auch davon ab.
Viele Brunnen aus dem Stadtbild entfernt
"Kulm" ist der Berg, und die Endung "ach" beschreibt das fließende Gewässer, frei übersetzt könnte man also "Bergbach" sagen. Ende des 19. Jahrhunderts wurden Wasserleitungen aus Eisen in die Häuser verlegt. Viele Brunnen wurden danach aus dem Stadtbild entfernt.
Ein beliebtes Erholungsgebiet in der Innenstadt war der Prinzessin-Garten am Schießgraben. Als dieser nach dem Neubau des benachbarten Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasiums nicht mehr verfügbar war, regte sich Unmut in der Bevölkerung. Bei der Suche nach einem Ersatz wandelte Stadtgärtner Wilhelm Kühn ab 1894 eine Fläche östlich der Stadt in eine Parkanlage um.
Zwei Weiher und ein Rosengarten
Durch eine hohe Zuwendung aus dem Nachlass von Hans Planck konnte ein landschaftsgestaltender, botanischer und den Tierschutz einbeziehender Stadtpark angelegt werden. Zu ihm gehörten auch zwei Weiher und ein Rosengarten, die inzwischen alle nicht mehr vorhanden sind.
Bis in die heutigen Tage wird der Stadtpark durch Spenden aus der Bevölkerung bedacht. So auch am 23. Juni 1962, als sich zahlreiche Kulmbacher im Stadtpark einfanden, um der Übergabe des von Alfred Ruppert gestifteten Springbrunnens an die Stadt Kulmbach beizuwohnen.
Ein Sinnbild des Kommens und Gehens
Alfred Ruppert war der Direktor der mechanischen Plüschfabrik Türk und Kneitz, er starb am 22. März 1966 und liegt im Neuen Friedhof begraben. Heute trennt die Straße "Am Kreuzstein" das Fabrikgelände (Töpfer) von seiner im Zeitgeist des Jahres 1928 errichteten Fabrikanten-Villa in der Luitpoldstraße.
Oberbürgermeister Wilhelm Murrmann wies in seiner Ansprache darauf hin, dass der Name Ruppert mit dem Begriff der Gebefreudigkeit verbunden sei. Schon oft habe Alfred Ruppert seiner zweiten Heimat, wie er selbst Kulmbach nannte, durch Stiftungen und Spenden Gutes getan. Der Brunnen, der vor allem den alten Leuten, die den Park gerne besuchten, viel Freude machen würde, sei ein Sinnbild des Kommens und Gehens, des ewigen Werdens und Vergehens.