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Der Horror vor den Gruppenarbeiten


Autor: Redaktion

Kulmbach, Freitag, 24. März 2017

"Irgendwann wirst du dich nach deiner Schulzeit zurücksehnen" - beim Hören dieses Satzes stellten sich bei mir immer die Nackenhaare auf.
Foto: Archiv/Franziska Kaufmann, dpa


Als verzweifelte Schülerin dachte ich mir: Was kann schrecklicher sein, als in der ständigen Angst zu leben, abgefragt zu werden?

Und noch viel schlimmer: Was kann gemeiner und grausamer sein als Gruppenarbeiten?

Die waren für mich der Horror einer jeden Schulstunde. "Zählt doch mal bis fünf durch"- wenn dieser Satz ertönte, kam Unruhe im Klassenzimmer auf. Jeder schaute sich misstrauisch um und zählte gedanklich die Sitzplätze ab.

Ob man einen seiner Freunde in der Gruppe hatte? Pech, denn die saßen in der gleichen Reihe und hatten damit eine andere Zahl. Die goldene Regel aller Gruppenarbeiten ist eher, dass man mit den Leuten zusammenkommt, von denen man sich am Anfang des Jahres extra weit wegsetzte.

Die Gruppenarbeiten waren demnach kein nettes Beisammensein, sondern ein Aufeinandertreffen von verfeindeten Parteien. Die Stimmung kochte , und es wurden feindselige Blicke ausgetauscht.

Gruppenarbeiten sozialisieren und tragen zum Zusammenhalt der Schüler bei? Wer sowas behauptet, hatte wohl noch nie das Glück, live dabei gewesen zu sein.

Das Gefühl, mich nach der Schule zurückzusehnen, hatte ich jetzt noch nie. Aber wer weiß: Vielleicht überkommt mich während der Arbeit ja einmal das Bedürfnis nach einer richtig schönen Gruppenarbeit - dann werde ich mich rührselig daran zurückerinnern. Sarina Rosenbusch