"Deshalb habe ich die Nachfolgeregelung schon vor ein paar Jahren überlegt", erklärt der 61 Jahre alte Gründer der Heizungs- und Sanitärbau-Firma Hörath in Marienweiher. Er hat Ausschau nach einem Nachfolger gehalten - und ihn in Christian Schramm gefunden. Seit Januar ist er der Chef - und Betriebsgründer Hörath dessen Mitarbeiter.

Nur geringe Fluktuation

1984 hat Konrad Hörath das Unternehmen gegründet, erst lief es nebenbei, ab 1988 war es der Haupterwerb. Nur ein Jahr später wurden die ersten Mitarbeiter eingestellt, inzwischen stehen zwölf Personen in Lohn und Brot. Und die wollte Konrad Hörath auch nach seinem Rückzug weiter beschäftigt wissen. "Es gibt ja hier nicht mehr allzu viele Firmen."

Stolz ist der frühere Firmenchef vor allem darauf, dass es in den vergangenen 30 Jahren nur eine geringe Mitarbeiter-Fluktuation gab. Lediglich 20 verschiedene Personen waren in den drei Jahrzehnten für die Firma Hörath tätig.

Mit Christian Schramm hat sich im Laufe der Zeit der passende Nachfolger herauskristallisiert. Der aus Gundlitz (Gemeinde Stammbach) stammende Mann stieß 2003 nach seiner Ausbildung zum Zentralheizungs- und Lüftungsbauer zur Firma Hörath.

Zunächst arbeitete er als Monteur, ehe er sich in Teilzeit zum Meister weiterbildete.
Nach und nach stellte sich dann heraus, dass er wohl der richtige Mann ist, um in die Fußstapfen des Firmengründers zu treten. "In den vergangenen drei bis vier Jahren haben wir konkret auf die Übergabe hingearbeitet, besprochen, wie es weitergehen soll", sagt Schramm.

Schramm wurde in dieser Zeit vor allem in die kaufmännischen Aufgaben eingearbeitet, in Bilanzen, Angebotserstellungen, Rechnungswesen. "Dabei hat es sich ergeben, dass Konrad Hörath weiter im Geschäft mitarbeitet und sich hauptsächlich ums Büro kümmert", erzählt der neue Chef. Probleme gibt es keine: "Erst hatte ich einen guten Chef, jetzt habe ich einen guten Mitarbeiter."

Hörath halte ihm den Rücken frei, wenn er bei den Kunden ist. "Ich habe nie Angst gehabt, dass er weiter Chef spielt", sagt Schramm und verweist auf einen unkomplizierten Umgang: "Wir können offen miteinander reden, ohne dass jemand beleidigt ist."

Christian Schramm will dem Standort Marienweiher übrigens weiter die Treue halten. "Es gab zwar mal Überlegungen, ob wir in Autobahnnähe nach Marktschorgast oder Himmelkron wechseln, weil wir viel in Richtung Nürnberg arbeiten." Man habe sich aber für Marienweiher entschieden, "weil wir hier unseren Kundenstamm haben und etabliert sind".

Und eines gibt es noch, was Schramm am Standort gefällt: die Mentalität der Kulmbacher. "Bei ihnen ist ein gewisser Patriotismus da. Hier fühle ich mich wohl." Das liegt wohl auch ein bisschen mit daran, dass der Vater von Christian Schramm - ein selbstständiger Fliesenlegermeister - aus Marktleugast stammt.


Ausbildungspreis


Im Vorfeld des Ausbildungspreises 2015 porträtieren wir junge Leute wie Christian Schramm, die in der Region Karriere machen. Auszubildende können sich noch an dem Wettbewerb beteiligen. Hier die Details:

Wettbewerb Wie in den Vorjahren vergibt der Arbeitskreis Schule-Wirtschaft Kulmbach zusammen mit der Bayerischen Rundschau auch 2015 wieder den Ausbildungspreis an zwei Unternehmen.

Betriebe Es gibt zwei Kategorien: Unternehmen mit bis zu 30 Mitarbeitern und ab 30 Mitarbeitern.

Motto Das Motto 2015: "Mein Ausbildungsbetrieb ist der beste in der Region, weil ..." Auszubildende sind dazu aufgerufen, mit ihrem kreativen, außergewöhnlichen Projekt auf ihr Unternehmen aufmerksam zu machen und zu zeigen: "Eine Ausbildung bei uns ist richtig cool!". Dabei ist keine Idee zu klein oder zu ausgefallen!

Präsentation Am Freitag, 16. Oktober, dürfen alle nominierten Unternehmen dem Publikum ihre Projekte präsentieren. Im Anschluss werden dann die beiden Gewinner im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung bekannt gegeben.

Einsendeschluss Montag, 28. September.

Bewerbung Das Bewerbungsformular kann auf der Seite des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft (www.schulewirtschaft-kulmbach.de) heruntergeladen werden. Die Anmeldung erfolgt bei der Bayerischen Rundschau, E.-C.-Baumann-Straße 5, 95326 Kulmbach (oder per Fax unter der Nummer 09221/949-378). Auch formlose Bewerbungen sind möglich.

Gewinner 2014 Letztjährige Gewinner waren die Firma Saum & Viebahn sowie das Landratsamt.

Serie Etwa alle 14 Tage stellen wir bis zum Herbst junge Leute vor, die in der Region Karriere machen. red