Kulmbach
Corona

"Übernehme Verantwortung für Entscheidung": Katholischer Pfarreienverbund reagiert auf steigende Corona-Zahlen

Der katholische Pfarreienverbund Kulmbach Stadt und Land reagiert auf die hohen Inzidenzwerte und sagt fast alle Präsenzgottesdienste ab.
 
Pfarrer Hans Roppelt hat mitgeteilt, dass es im April so gut wie keine Präsenzgottesdienste im Pfarreienverbund Kulmbach Stadt und Land geben wird.
Pfarrer Hans Roppelt hat mitgeteilt, dass es im April so gut wie keine Präsenzgottesdienste im Pfarreienverbund Kulmbach Stadt und Land geben wird. Foto: Foto: Sonny Adam

Im katholischen Pfarreienverbund Kulmbach Stadt und Land finden im April fast keine Präsenzgottesdienste statt. Das hat Pfarrer Hans Roppelt gestern mitgeteilt. Zum Verbund gehören die Kulmbacher Pfarreien Unsere Liebe Frau und St. Hedwig, Motschenbach, Mainleus, Thurnau und Neudrossenfeld.

Er habe sich mit seinen Kolleginnen und Kollegen in der Seelsorge und mit den Vorständen der Pfarrgemeinderäte ausführlich beraten, so Roppelt. "Es hat dabei unterschiedliche Meinungen gegeben. Ich übernehme als zuständiger Pfarrer die Verantwortung für die getroffene Entscheidung."

"Übernehme die Verantwortung": Pfarreienverbund sagt etliche Präsenzgottesdienste ab

Nur drei Ausnahmen wird es ihm zufolge geben. So findet am Ostersonntag um 6 Uhr die Feier der Osternacht in Thurnau mit der Gemeinde in der St.-Marien-Kirche statt. Ebenfalls am Ostersonntag um 10.30 Uhr wird in Neudrossenfeld die Heilige Messe im Freien auf dem Außengelände vor der Kirche durchgeführt. In diesen Gottesdiensten wird auch Pater Thomas verabschiedet. Und schließlich sollen alle Erstkommuniongottesdienste gefeiert werden. "Dabei ist aber nur die Teilnahme der Erstkommunionkinder und ihrer engsten Familienangehörigen möglich", so Pfarrer Roppelt.

Folgende Gottesdienste ohne Gemeinde werden per Video übertragen und können später auf Facebook oder auf YouTube angeschaut werden: Gründonnerstag um 19 Uhr und Ostermontag um 10.30 Uhr aus St. Hedwig; Karfreitag um 15 Uhr und Ostersonntag um 9 Uhr aus der ULF-Pfarrkirche. Am Ostermontag wird auch Pater Thomas verabschiedet. Die Termine für weitere Videogottesdienste (auch für Kinder) sind unter www.katholisch-in-kulmbach.de zu finden.

Die Kirchen sind laut Roppelt weiter geöffnet - an jedem Tag mindestens von 9 bis 19 Uhr. Dort finde man Broschüren mit Gottesdiensten und Gebeten für zu Hause und Materialien für Kinder. An den Ostertagen brenne die Osterkerze in den Kirchen. Daran könne man kleine Kerzen anzünden und so das Osterlicht mit nach Hause nehmen.

"Gottesdienstbesucher für sich selbst verantwortlich"

"Und natürlich lassen wir Menschen in Not, Kranke und Sterbende nicht allein", schreibt der Pfarrer. Seine Kolleginnen und Kollegen und er seien für Angehörige telefonisch erreichbar.

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Hans Roppelt erläutert auch, warum er diese Entscheidung getroffen habe. Im Gottesdienst schöpften Menschen Kraft und fassten neues Gottvertrauen. Die Christen bräuchten den Gottesdienst für ihre Seele, "gerade jetzt, wo viele verzweifelt, ängstlich, wütend oder depressiv sind". Auch seien alle Gottesdienstbesucher für sich selber verantwortlich. Niemand werde gezwungen, in die Kirche zu gehen. Allerdings beziehe sich die Verantwortung auch darauf, eine Verbreitung des Coronavirus zu verhindern.

"Wir haben in unseren Kirchen ein funktionierendes Hygienekonzept, das wir äußerst gewissenhaft umsetzen. Bis jetzt hat es bei uns keine Corona-Infektion durch einen Gottesdienstbesuch gegeben. Zumindest ist keine bekannt geworden. Wir haben gute Erfahrungen bei unseren Gottesdiensten an Weihnachten gemacht."

Endlich den Ernst der Lage sehen

Doch dann kommt der Seelsorger zum großen Aber: "An Weihnachten war etwas wichtiges ganz anders: heute haben wir es mit der britischen Mutante zu tun. Dieses Virus ist viel aggressiver, viel ansteckender auch für Kinder und Jugendliche, mit zum Teil schweren Krankheitsverläufen." Beten sei auch zu Hause möglich. Fernsehgottesdienste seien sehr gut - auch für alte Menschen.

Auch mit dem Hinweis auf das Recht der ungehinderten Religionsausübung ist es Roppelt zufolge nicht vermittelbar, "dass Geschäfte, Gastwirtschaften, Fitnessstudios und vieles andere geschlossen sind, dadurch Menschen vielleicht ihre wirtschaftliche Existenz verlieren, und wir Gottesdienste feiern". Kulmbach habe einen der höchsten Inzidenzwerte in ganz Deutschland. "Das darf uns nicht egal sein. Wir müssen alle mithelfen, dass das besser wird. Vielleicht ist unser Verzicht auf den Gottesdienst ein Beitrag dazu. Wir verzichten bewusst auf etwas, das uns wichtig und heilig ist. Das soll auch ein Vorbild sein für andere, Kontakte zu reduzieren. Nicht alles, was nicht verboten ist, soll auch getan werden. Wir müssen endlich den Ernst der Lage sehen."

Im April keine Gemeindegottesdienste zu feiern, sei und bleibe eine harte Entscheidung. "Aber gerade als Kirche müssen wir auch unsere Verantwortung sehen. Ich bitte Sie um Ihr Verständnis", schließt Pfarrer Hans Roppelt.

red

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