Manch einer hatte sich schon gefragt, was da gebaut wird hinter dem Bolzplatz am Ortsausgang in Richtung Kasendorf. Aufgeschüttete Hackschnitzel und Absperrband haben für jede Menge Gesprächsstoff gesorgt. Des Rätsels Lösung: In Thurnau wird ab sofort mit Pfeil und Bogen geschossen. Die Bogenschießanlage der Thurnauer Schützen wird an diesem Wochenende offiziell eröffnet.

Eine solche Anlage braucht aber Platz: Von bis zu 70 Meter Entfernung aus kann auf die Scheibe geschossen werden. Max Hofmann ist einer der Initiatoren. Seit vier Jahren ist er bei den Bogenschützen in Neudrossenfeld aktiv.

Immer auf Nachwuchssuche

Und nachdem der Thurnauer Schützenverein immer auf der Suche nach Nachwuchs ist, war schnell die Idee geboren, hier eine eigene Anlage zu errichten.
Denn das Bogenschießen zieht Interessenten an, die mit dem Gewehr vielleicht weniger am Hut haben.

"Die Bewegung, die frische Luft - das ist anders als beim Schießen mit Gewehr in der Halle. Die Konzentration und das Fokussieren auf das Ziel sind aber gleich", sagt Max Hofmann und findet das "eine wirklich schöne Mischung". Ab einem Alter von zehn Jahren kann man mit dem Bogenschießen beginnen. "Vorher fehlt einem einfach die Kraft", so der 20-Jährige.

Das Zurückziehen der Sehne ist gar nicht so einfach. Dabei ruhig zu stehen und still zu halten eine echte Herausforderung. Ein Visier und ein Stabilisator sind erlaubte Hilfsmittel.

Holz muss zwei Jahre lagern

Einen solchen "Schnickschnack" will Thomas Friedrich nicht beim Bogenschießen. Er ist ebenfalls bei den Thurnauer Schützen aktiv. Schon mehrfach hat er sich Bögen selbst gebaut. Eine schwierige und komplexe Angelegenheit. Zwei Jahre lang muss das Ahornholz lagern. "Wenn es trocken ist, wird das Holz geschnitzt. Die Pfeile schnitze ich auch einzeln, vorne kommt eine Eisenspitze dran und hinten Vogelfedern", erzählt er stolz. Sein neuer Bogen ist schon in Arbeit. Bis es soweit ist, benutzen er und einige andere Mitglieder die vereinseigenen Bogen. Vor allem für neue Mitglieder ist das eine ideale Gelegenheit. Sie können so das Bogenschießen ausprobieren, ohne sich gleich eine ganze Ausrüstung anschaffen zu müssen.

"Pfeil und Bogen sind eine altgediente Waffenart. Unsere Vorfahren haben so gejagt. Das Ursprüngliche daran ist es, was mich besonders reizt."

Max Hofmann dagegen ist mit neuester Technik ausgerüstet und sieht es sportlich. Doch was beiden gemeinsam ist: Der Pfeil muss am Ende ins Goldene - das gibt zehn Punkte.

Am Kerwa-Sonntag ab 13 Uhr kann jeder seine Fertigkeiten im Bogenschießen testen. Vielleicht wird ja der eine oder andere vom Bogenschieß-Fieber angesteckt. Im Schützenhaus gibt es Brotzeiten, Kaffee und Kuchen. Ab nächster Woche soll dann jeden Freitag trainiert werden, so dass die Thurnauer dann bald auch mit einer eigenen Mannschaft antreten können.